Randalierer verwüsten Wohngebiet, Bewohner sind machtlos

Von Anke Brod


Leipzig - Böses Erwachen am Sonntagmorgen. Nach dem Aufstehen fanden Anwohner des Wiesenblumenwegs in Leipzig-Holzhausen in ihrer Straße eine Schneise der Verwüstung vor.

Auch die Polizei kann wenig ausrichten gegen die Unruhestifter.
Auch die Polizei kann wenig ausrichten gegen die Unruhestifter.  © Anke Brod

Schwere Gullys waren zuvor im Schutze der Dunkelheit offenbar von Vandalen aus ihrer Verankerung gerissen und teilweise einfach in Hausmülltonnen gestopft worden. Verkehrsschilder lagen umgeworfen in Vorgärten, geköpfte Sonnenblumen zierten traurig die Fahrbahn.

Dazwischen übersäten unzählige Scherben leerer Spirituosenflaschen den Asphalt. Während die entsetzten Anwohner direkt nach dem Sonntagsfrühstück eigenhändig und genervt wieder alles aufräumten, nahm die herbeigerufene Polizei den Vorgang zunächst rein für ihre Akten auf.

Der Grund: Es müsse unmittelbare Gefahr für Leib und Leben bestehen oder Eigentum beschädigt sein, bevor eine Sache zum Straftatbestand werde, erfuhren die Betroffenen vom Einsatzteam. Es hätte hier also jemand etwa durch ein offenes Gullyloch beinahe oder ganz zu Schaden kommen müssen.

Der Wiesenblumenweg ist ein Neubaugebiet, die Einfamilienhäuser sind erst vereinzelt bezogen. Video-Aufnahmen der in der Straße angesiedelten Kelterei geben den Randale-Zeitraum am Morgen des 8. September zwischen 3.14 und 4 Uhr an.

Der Platzwart für die Wiesenblumensiedlung Lutz Bunge (61) sagte: "Es ist einfach nur traurig. Man fühlt sich machtlos. Wer tut so etwas?" Ob der Zwischenfall etwas mit Besuchern des Volksfestes an jenem Wochenende um die Ecke zu tun hatte, bleibt offen."

Platzwart Lutz Bunge (61) "fischte" am Sonntagmorgen Gullydeckel aus der Mülltonne.
Platzwart Lutz Bunge (61) "fischte" am Sonntagmorgen Gullydeckel aus der Mülltonne.  © Anke Brod

Titelfoto: Anke Brod

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