Siemens-Werk in Leipzig: Tausende Unterschriften sollen Konzern umstimmen

Das Leipziger Siemens-Werk steht vor dem Aus. Doch es gibt heftigen Widerstand gegen die Schließungspläne.
Das Leipziger Siemens-Werk steht vor dem Aus. Doch es gibt heftigen Widerstand gegen die Schließungspläne.  © DPA

Leipzig - Die IG Metall sammelt Stimmen gegen die Kahlschlag-Pläne von Siemens in Leipzig. Eine von der Gewerkschaft gestartete Petition für den Erhalt des Siemens-Werkes hat nach etwas mehr als zwei Wochen bereits über 5200 Unterstützer.

Zu den Erstunterzeichnern der Petition gehören Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (59, SPD) und Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht (60, CDU).

Auch zahlreiche Bundestags- und Landtagsabgeordnete aus der Region sowie die Event-Halle "Täubchenthal" haben unterschrieben.

Sie alle wehren sich damit gegen die drohende Schließung des Turboverdichterwerks von Siemens in Plagwitz. Der Konzern will den Standort mit 220 Mitarbeitern dichtmachen. Insgesamt will Siemens in seiner Kraftwerks- und Antriebssparte weltweit 6900 Stellen streichen (TAG24 berichtete).

Bei den Initiatoren der Petition stößt dies auf völliges Unverständnis. "Das Unternehmen ist im Viertel verankert und Teil einer Infrastruktur, in der Industrietradition und Digitalisierung, produzierendes Gewerbe und eine lebendige Szene Hand in Hand existieren und auch voneinander lernen können", heißt es.

Siemens selbst habe von dieser besonderen "Plagwitzer Mischung" profitiert und seine Produkte im kreativen und innovativen Klima ständig weiterentwickeln können. Mit dem Wegfall der Arbeitsplätze drohe ein wichtiger Teil der "Plagwitzer Mischung" aus Industrie, Kunstraum und Wohngebiet wegzubrechen.

Die Petition ist noch bis zum 18.01.2018 aktiv. Die gesammelten Unterschriften sollen dem Vorstand der Siemens AG übergeben werden.

Titelfoto: DPA


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