Innenminister-Konferenz und Champions League: Leipzig rüstet sich für Chaos-Tage

Beim G20-Gipfel in Hamburg schlug der Protest in Gewalt um. Sachsen will eine derartige Eskalation zur IMK unbedingt verhindern.
Beim G20-Gipfel in Hamburg schlug der Protest in Gewalt um. Sachsen will eine derartige Eskalation zur IMK unbedingt verhindern.  © DPA

Leipzig - Der Leipziger Polizei stehen aufregende Tage bevor. Am Donnerstag und Freitag treffen sich die deutschen Innenminister in der Messestadt, um unter anderem über Abschiebungen syrischer Flüchtlinge zu beraten. Die linke Szene mobilisiert zum massiven Protest. Schon am Tag zuvor gilt es, heißblütige türkische Fußballfans unter Kontrolle zu behalten.

Die Vorboten lassen nichts Gutes erahnen: Als "Protest" gegen die Innenministerkonferenz (IMK) setzten linke Chaoten bereits einen Funkturm der Polizei in Brand (TAG24 berichtete). Auf einer Wand tauchte kurz darauf ein riesiges "No IMK"-Graffito auf. Der Hass der linken Szene auf die obersten Sicherheitsvertreter der Republik scheint ähnlich groß zu sein wie auf die Staatenlenker zum G20-Gipfel im Juli.

Dass Leipzig Gewaltausbrüche wie in Hamburg erleben wird, glaubt Polizeichef Bernd Merbitz (61) aber nicht. "Ich gehe davon aus, dass sich alle friedlich verhalten", meint er optimistisch. Dennoch feilt sein Stab seit Wochen an einem Sicherheitskonzept für diese Woche. Dessen Inhalt ist "Top Secret"!

Internen Quellen zufolge sollen zwischen 700 und 1000 Polizisten aus Sachsen und weiteren Bundesländern im Einsatz sein, dazu die Reiterstaffel, Wasserwerfer und Luftüberwachung mit Hubschraubern. Für den Transport der Minister von ihren Hotels zur Kongresshalle am Zoo wurden mehrere Routen getestet, um im Falle von Demo-Blockaden schnell reagieren zu können.

Ein Bündnis "No IMK" sowie das Netzwerk "Leipzig nimmt Platz" haben bereits zu Demonstrationen gegen das Treffen aufgerufen. Mehrdeutiges Motto: "Kampf der Inneren Sicherheit".

Eingeleitet werden die heißen Tage bereits am Mittwochabend. Zum Champions-League-Spiel von RB Leipzig gegen Besiktas Istanbul werden Hunderte türkische Fans erwartet. Und die zählen zu den fanatischsten in Europa.

In dem Schreiben betiteln die anonymen Autoren den Leipziger Polizeipräsidenten Bernd Merbitz (61) als "Präsident der Schweine" (Symbolbild).
In dem Schreiben betiteln die anonymen Autoren den Leipziger Polizeipräsidenten Bernd Merbitz (61) als "Präsident der Schweine" (Symbolbild).  © dpa / Picture Point/Sven Sonntag
Sie legen in Leipzig die Sicherheitspolitik der kommenden Monate fest: die deutschen Innenminister, hier bei ihrem Treffen 2015 in Mainz.
Sie legen in Leipzig die Sicherheitspolitik der kommenden Monate fest: die deutschen Innenminister, hier bei ihrem Treffen 2015 in Mainz.  © DPA

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