Was machen Salafisten in einem Programmheft der Stadt Leipzig?

Die Al-Rahman Moschee in der Roscherstraße steht als Teilnehmer am Tag der offenen Moschee im Programmheft der Interkulturellen Wochen Leipzig.
Die Al-Rahman Moschee in der Roscherstraße steht als Teilnehmer am Tag der offenen Moschee im Programmheft der Interkulturellen Wochen Leipzig.  © DPA

Leipzig - Im Programmheft der Interkulturellen Wochen Leipzig findet sich auch ein Hinweis auf den Tag der offenen Moschee am 3. Oktober. Eine von drei teilnehmenden Gemeinden ist die vom Verfassungsschutz beobachtete "Al-Rahman Moschee".

Im Sächsischen Verfassungsschutzbericht 2016 heißt es: "Schwerpunkt salafistischer Bestrebungen bildete auch im Jahr 2016 die Al-Rahman-Moschee Leipzig."

Salafisten wie Hassan Dabbagh seien bestrebt, ihre Ideologie zu verbreiten und die Gesellschaft in einem langfristig angelegten Prozess nach salafistischen Normen zu verändern.

Konkret befürchten die Verfassungsschützer, dass Dabbagh Migranten salafistisch beeinflussen könnte.

Diese suchen Dabbaghs Moschee in Leipzig mangels Alternativen zum Gebet auf und lassen die Besucherzahlen stetig steigen.

Der Imam der Al-Rahman Moschee, Hassan Dabbagh, wird vom sächsischen Verfassungsschutz beobachtet.
Der Imam der Al-Rahman Moschee, Hassan Dabbagh, wird vom sächsischen Verfassungsschutz beobachtet.  © DPA

Die Situation um die Al-Rahman Moschee ist also hinreichend bekannt. Trotzdem landeten die Gemeinde und ihr Imam im Programmheft der diesjährigen Interkulturellen Wochen Leipzig. Unter dem Punkt "Ausblick", ist die Moschee zusammen mit der DITIB-Moschee und der Ahmadiyya-Gemeinde für den Tag der offenen Moschee (TOM) am 3. Oktober aufgelistet.

Der Integrationsbeauftragte der Stadt Leipzig, Stojan Gugutschkow, wies auf Anfrage von TAG24 zunächst darauf hin, dass der Termin am 3. Oktober nicht mehr im Rahmen der Interkulturellen Wochen Leipzig stattfinde. Diese enden am 1. Oktober.

"Da erfahrungsgemäß unabhängig vom Tag der offenen Moschee - neben gläubigen Muslimen - auch viele Nicht-Muslime zu verschiedenen Anlässen die genannte Moschee besuchen und sich selbst ein Bild von der größten sächsischen Moscheegemeinde machen wollen, erscheint es wenig sinnvoll, die Teilnahme der Gemeinde am bundesweiten TOM zu 'verschweigen'", sagte Gugutschkow.

Der Integrationsbeauftragte erklärte, dass mit der wachsenden Zahl von Moscheegemeinden in Leipzig auch immer mehr von ihnen an dem Aktionstag teilnähmen. "Gerade die Vielzahl beteiligter Moscheen kann bei genauerer Betrachtung den gelegentlich vermittelten Eindruck korrigieren, der Imam der Al-Rahman Moschee spräche für alle Muslime in Leipzig."

Im Übrigen sei es der interessierten Öffentlichkeit dank der Medienberichterstattung durchaus bekannt, dass die Moschee wegen der salafistischen Positionen ihres Imams Gegenstand der Beobachtung durch den sächsischen Verfassungsschutz sei, so der Integrationsbeauftragte weiter.


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0