Verrückter Titel! Leipzig ist Spitzenreiter bei Namensänderungen

Bei der Namensänderung herrscht natürlich keine Narrenfreiheit. Es gelten strenge Regeln.
Bei der Namensänderung herrscht natürlich keine Narrenfreiheit. Es gelten strenge Regeln.  © DPA

Leipzig - Leipzig kann sich mit einem ziemlich ungewöhnlichen Titel schmücken: Die Messestadt ist Sachsens Spitzenreiter in Sachen Namensänderungen.

Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in den großen Städten. Rund 100 Anträge auf Änderung des Namens gehen in Leipzig pro Jahr ein. Laut Stadt geht es dabei zu etwa einem Drittel um den Vor- und zu zwei Dritteln um den Familiennamen.

Die Gründe für einen solchen Schritt sind in der Regel eher harmlos. Häufigster Grund bei Vornamen sei, dass sich eine andere, eventuelle modernere Schreibweise durchgesetzt habe, so die Stadt. So wird bei Carsten das "C" durch ein "K" getauscht oder beim Namen Burkhardt einfach nur das "d" vor dem "t" entfernt.

Vor allem bei Kindern würden die Familiennamen geändert, wenn es zur Scheidung kommt. Einen neuen Namen gibt es in der Regel auch, wenn mit dem alten eine seelische Belastung verbunden ist, zum Beispiel nach einem sexuellen Missbrauch oder körperlicher Gewalt durch Familienangehörige.

Gleich hinter dem Spitzenreiter Leipzig folgt Dresden mit jährlich 80 bis 100 Anträgen auf Namensänderung. Etwa 70 Prozent würden genehmigt, heißt es. Dabei geht es oft um familiäre Gründe oder seelische Belastungen.

Die Stadt Chemnitz zählte im vergangenen Jahr 23 entsprechende Anträge, davon acht für Vornamen und 15 für Nachnamen. Allerdings schwankt die Zahl von Jahr zu Jahr, 2015 waren es beispielsweise insgesamt 16 Anträge.

Einfach so ändern lassen kann man seinen Vor- oder Nachnamen natürlich nicht. Dafür gelten strenge Vorschriften und man braucht gute Gründe für sein Vorhaben. Neben familiären Gründen oder seelischen Belastungen haben auch eingebürgerte Menschen oder anerkannte Flüchtlinge die Möglichkeit, diesen angleichen zu lassen. Sie können zum Beispiel Teile ihres Namens ablegen, die das deutsche Recht nicht vorsieht.

Der Name sei in der modernen Zeit wichtig wie nie, betont der Leipziger Namensforscher Jürgen Udolph. Schon deshalb sei es richtig, beim Namen streng zu sein. "Er ist wie ein Kennzeichen" erklärt Udolph. Sie seien "Zeugen der Geschichte", die nicht verloren gehen dürften.

Allerdings habe er Verständnis, wenn etwa Menschen mit lächerlich oder anstößig klingenden Namen diese ändern ließen. Letztendlich entscheidet darüber aber das Amt.


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0