Selbstmord! Syrischer Terrorist stranguliert sich mit T-Shirt in Zelle

Dschaber al-Bakr (22): Suizid im Haftkrankenhaus!
Dschaber al-Bakr (22): Suizid im Haftkrankenhaus!

Leipzig - Am Montag war der 22-jährige Dschaber al-Bakr in Leipzig verhaftet worden, weil er in seiner Chemnitzer Wohnung einen Sprengstoffanschlag vorbereitet haben soll (TAG24 berichtete). 

Nun ist der mutmaßliche Terrorist, der Verbindungen zum Islamischen Staat (IS) haben soll, tot.

Der Syrer hat sich am Mittwochabend in der Justizvollzugsanstalt Leipzig das Leben genommen. 

Der Gefangene soll sich im Hungerstreik befunden haben und wurde ständig beobachtet. 

Wie er es dennoch schaffte, sich trotz Überwachung das Leben zu nehmen, werden nun die Ermittlungen zeigen. Laut DPA soll er sich erhängt haben.

Fazit: Der mutmaßliche Terrorist war der wohl bestbewachte Insasse Sachsens. Dennoch konnte er Suizid begehen. Derzeit ist der Staatsanwalt in der Zelle des Toten. Die Leiche von Al-Bakr soll nun von der Gerichtsmedizin untersucht werden.

Update, Donnerstag, 6:30 Uhr: Nach Informationen von "MDR Aktuell" soll sich al-Bakr mit seinem T-Shirt stranguliert haben.

Update, 23.56 Uhr: Für seinen Pflichtverteidiger Alexander Hübner handelt es sich bei dem Vorfall um einen "Justizskandal" berichtet Focus Online. Laut diesem Bericht hatte der Beschuldigte bereits Lampen zerschlagen und an Steckdosen manipuliert. Außerdem soll der Gefangene seit Sonntag weder gegessen noch getrunken haben.

Update, 23:50 Uhr: Das Internet überschlägt sich. Hauptsächlich ist es Häme, die dem Freistaat Sachsen entgegenschlägt: Wir haben einige Posts zusammengetragen.

Update, 23:45 Uhr: Wie die Bild-Zeitung berichtet, soll seine Zelle nur einmal pro Stunde bewacht worden sein.

Update, 23:03 Uhr: Der Verteidiger des mutmaßlichen Terroristen, der Dresdner Rechtsanwalt Alexander Hübner, erfuhr am Abend vom Selbstmord seines Klienten und ist geschockt. Gegenüber TAG24 sagt er:

"Ich weiß noch gar nichts über die Umstände. Heute Nachmittag habe ich mich noch nach ihm erkundigt. Da ging es ihm noch gut. Sowohl die Suizidgefahr als auch der Hungerstreik von al-Bakr waren bekannt. Deshalb stand er unter besonderer Beobachtung", so Hübner. 

Update, 22:53 Uhr: Das Sächsische Staatsministerium der Justiz schreibt in einer Pressemitteilung: "Suizid des Terrorverdächtigen Al-Bakr. Am Abend des 12. Oktober 2016 hat sich der der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat hauptverdächtige Jaber Al-Bakr in der Justizvollzugsanstalt Leipzig im Haftkrankenhaus das Leben genommen. Einzelheiten werden im Rahmen einer Pressekonferenz bekanntgegeben."

Die Pressekonferenz findet am Donnerstag, 13. Oktober in der Sächsischen Staatskanzlei in Dresden statt. Vermutlich wird sie Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow (38) leiten.

Donnerstagnacht gegen 0:30 Uhr wurde die Leiche von Dschaber al-Bakr aus der JVA Leipzig abgeholt. 
Donnerstagnacht gegen 0:30 Uhr wurde die Leiche von Dschaber al-Bakr aus der JVA Leipzig abgeholt.  © Pro Picture/Ralph Köhler
Die Staatsanwaltschaft sicherte in der Nacht Spuren in der Zelle von al-Bakr.
Die Staatsanwaltschaft sicherte in der Nacht Spuren in der Zelle von al-Bakr.  © Pro Picture/Ralph Köhler
Die JVA Leipzig.
Die JVA Leipzig.  © DPA
Das Gebäude der JVA in Leipzig.
Das Gebäude der JVA in Leipzig.  © DPA
Ein Polizeiauto vor der JVA in Leipzig.
Ein Polizeiauto vor der JVA in Leipzig.  © DPA

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