Radspur auf der Jahnallee: "Die Stadt muss 2019 handeln"

Leipzig - Sie kämpfen seit Monaten für das Anliegen, zuletzt legten sie sogar eine Petition mit über 5700 Unterschriften an Bürgermeister Burkhard Jung (SPD) vor: Der Leipziger Umweltbund Ökolöwe fordert zusammen mit Mitglieder des Stadtrates eine gesicherte Radspur für die Jahnallee. Den Petitionsausschuss der Stadt habe man bereits überzeugen können.

Seit Anfang des Jahres setzt sich der Leipziger Ökolöwe zusammen mit anderen Vereinen und Fraktionen des Stadtrates für die Schaffung einer sicheren Radspur entlang der Jahnallee ein.
Seit Anfang des Jahres setzt sich der Leipziger Ökolöwe zusammen mit anderen Vereinen und Fraktionen des Stadtrates für die Schaffung einer sicheren Radspur entlang der Jahnallee ein.  © Eric Mittmann

"Wir hatten einen Vorort-Termin, bei dem Volker Holzendorf (Grüne) die Sache nochmal erläutert hat", sagte Tino Supplies, Fachbereichsleiter Nachhaltige Mobilität und Stadtentwicklung beim Ökolöwen. "Auch dabei ist wieder klar geworden, dass die Verkehrssituation in der Jahnallee nicht mehr haltbar ist. Es gab momente, in denen ich am liebsten zur Hilfe gesprungen wäre."

Die bisherigen Gegenargumente könne man ausräumen, so der Fachbereichsleiter. "Tests haben gezeigt, dass der Verkehrsfluss verbessert werden kann. Und auch für den Lieferverkehr entstehen keine Einschränkungen, da die meisten Läden, die regelmäßige Lieferungen benötigen, Eckläden sind."

Vor den Läden, die entlang der Straße auf den Lieferverkehr angewiesen sind, könnte die Radspur hingegen aufgehoben werden. "Jetzt ist die Stadt an der Reihe, Optionen zu prüfen."

Dabei müsse eine Lösung gefunden werden, die keinen grundhaften Ausbau der Straße erfordert. "Unser Vorschlag macht das möglich", so der Bereichsleiter.

Die Lösung des Ökolöwen sieht eine Radspur mit einer Breite von zwei Metern vor, die durch flache Poller vom Rest der Straße abgetrennt wird. Momentan teilen sich Radfahrer, Pkws und Straßenbahnen eine Spur. "Es gab auch die Überlegung, den Parkstreifen aufzulösen. Das wäre aber eher ein Rückschritt."

Damit soll Schluss sein: Die Kurzzeit-Parkplätze an den Seitenstreifen sind ab dem heutigen Freitag gestrichen.
Damit soll Schluss sein: Die Kurzzeit-Parkplätze an den Seitenstreifen sind ab dem heutigen Freitag gestrichen.

Die Stadt will zunächst dennoch den ruhenden Verkehr auf der Jahnallee reduzieren, um für mehr Sicherheit zu sorgen, teilte sie auf Anfrage von TAG24 mit. Grund dafür sei eine detaillierte Analyse, die ergeben habe, dass die Mehrheit der Radfahrunfälle in Zusammenhang mit dem ruhenden Verkehr stehen.

In einem zweiten Schritt werde dann geprüft, inwieweit die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer durch eine neue Aufteilung des Straßenraums erhöht werden kann.

Eigentlich sollte die Radspur bereits bis zum Ende des Jahres eingerichtet sein. Mittlerweile hat sich Supplies jedoch von dieser Idee verabschiedet. "Das schaffen wir nicht. Und 2019 muss die Stadt ohnehin aufgrund des neuen Luftreinhalteplanes reagieren."

Dann sollen sowohl Tempo 30 entlang der Jahnallee gelten als auch eine neue Ampelschaltung an der Marschner Straße die Verkehrsmenge senken. Ansonsten droht Fahrverbot, wie Supplies erklärte. "Die Tempo 30 allein reichen jedoch nicht."

Ob das Thema in der nächsten Sitzung des Stadtrates am 19. September besprochen wird, sei noch nicht sicher, so der Bereichsleiter. "Es steht auf der Tagesordnung, aber vielleicht braucht die Stadt noch etwas länger."

Wichtiger sei ohnehin, dass die Stadt einen ordentlichen Standpunkt aufstellt und Optionen liefert.

Ab dem 15. März soll das Parken verboten werden, alle Autos sollen mit Tempo 30 fahren.
Ab dem 15. März soll das Parken verboten werden, alle Autos sollen mit Tempo 30 fahren.

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