Leipzigs Todes-Straße wird im Berufsverkehr halbseitig gesperrt

Leipzig - Die Jahnallee gilt als eine der gefährlichsten Straßen in Sachsen. Allein in diesem Jahr starben hier zwei Menschen, ein 16-jähriger Junge und eine Seniorin (82). Durch die erhöhte Unfallzahl wurde die Straße zur Tempo-30-Zone - inklusive eines Halteverbots für alle Fahrzeuge. Vor allem Radfahrer leben hier aber gefährlich - und wollen erneut ein Zeichen setzen.

Seit 15. Februar herrscht auf der inneren Jahnallee Tempo-30-Zone und striktes Halteverbot.
Seit 15. Februar herrscht auf der inneren Jahnallee Tempo-30-Zone und striktes Halteverbot.  © Nico Zeißler

Besonders für Radler wird die vierspurig ausgebaute Trasse durchs Waldstraßenviertel immer wieder zum Nadelöhr, da sich neben Autos und Motorrädern auch zahlreiche Straßenbahnen und Linienbusse durch die Bundesstraße quetschen.

Die Petition "Sicheren Radverkehr in der inneren Jahnallee in Leipzig ermöglichen" ruft daher für Montag in der Zeit von 15 bis 19 Uhr zu einer Raddemonstration auf. Zwischen der Leibnizstraße und dem Waldplatz wird die rechte der beiden Fahrspuren durch Warnbaken getrennt und nur für Fahrradfahrer benutzbar sein.

"Radfahrer haben keine Knautschzone und benötigen einen besonderen Schutz", sagt Initiator Volker Holzendorf. "Ich freue mich deswegen sehr, dass BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zum Monatstag der Neuregelung der Verkehrsanordnung in der Jahnallee das Thema sicheren Radverkehr wieder ins Bewusstsein heben."

Am 15. Februar wurde eine Tempo-30-Zone und ein Halteverbot eingerichtet (TAG24 berichtete). Ungefährlicher sei die Jahnallee dadurch aber nicht geworden. Was in der Theorie gut gemeint ist, klappe in der Praxis einfach nicht. Hauptproblem sei, dass die Autofahrer das Halteverbot missachten, weshalb die Radfahrer - öfter als zuvor - die Spur wechseln müssen.

Laut eigenen Angaben hat die Petition 5700 Unterstützer hinter sich. Auch Oberbürgermeister Burkhard Jung (60, SPD) wurde persönlich zur Demo eingeladen. Ob er kommt, ist unklar. Jung wird von den Grünen aufgefordert, die "mangelhafte Verkehrsführung" sofort zu beenden und noch in diesem Jahr einen Radstreifen einzuführen.

Die Stadtverwaltung selbst veranlasst die Aufstellung der Baken von 15 bis 19 Uhr.

Update, 16.20 Uhr: Die Sperrung betrifft derzeit den Bereich zwischen der Leibnizstraße und der Funkenburgstraße. Die stadteinwärtige Fahrbahn ist nicht betroffen, doch in stadtauswärtiger Richtung kam es bereits nach kurzer Zeit zum Stau.

Update, 16.50 Uhr: Derzeit werden weitere Baken herantransportiert, um auch den Bereich bis zum Waldplatz zu sperren. Der Verkehr staut sich bereits bis auf Höhe der Höfe am Brühl.

Initiativen setzen sich seit Monaten für die Schaffung einer Radspur in der Jahnallee ein. Hier zu sehen eine Aktion der Grünen im April.
Initiativen setzen sich seit Monaten für die Schaffung einer Radspur in der Jahnallee ein. Hier zu sehen eine Aktion der Grünen im April.  © Nico Zeißler
Der Verkehr staut sich bis zur Höhe der Höfe am Brühl.
Der Verkehr staut sich bis zur Höhe der Höfe am Brühl.  © Nico Zeißler

Titelfoto: Nico Zeißler

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