Das glaubt doch keiner, oder?!

Von Pia Lucchesi

Sachsen - Dinge passieren in der Welt, die glaubt man nicht! Hier lest ihr drei Geschichten aus Sachsen, die unglaublich klingen. Aber dennoch wahr sind!

In Leipzig hadern die Katholiken mit einem neuen Jesus. In Lauter im Erzgebirge wurde ein deutsch-ungarisches Freundschaftsband rüde zerrissen und in Bad Elster dürfen Kinder nicht in die neu gebaute Sole-Therme.

Irre? Nein. C’est la vie - so ist das Leben.

Ein Jesus mit Wampe?

Dieser Jesus gefällt den Leipziger Katholiken so gar nicht.
Dieser Jesus gefällt den Leipziger Katholiken so gar nicht.

Leipzig - Soll man vor diesem Jesus wirklich beten? Die Katholiken der neu gebauten Propsteikirche sind irritiert. Der Gekreuzigte, den ein kubanisch- amerikanischer Künstler gefertigt hat, ist viel zu abstrakt und hat obendrein noch einen Wohlstandsbauch.

Derzeit wird der Korpus lieblos in einer Transportkiste aufbewahrt. Von der künstlerischen Gestaltung her hat Propst Gregor Giele an der Figur aus dunkel lackiertem nicht viel auszusetzen: „Doch es geht auch um die spirituelle Dimension. Wir sind nicht sicher, ob dieser Anspruch erfüllt wird.“

Vor einigen Wochen durfte die ungeliebte Christusskulptur schon einmal vor dem Altar Probe hängen. Die Reaktionen in der Kirchgemeinde reichten vom blanken Entsetzen bis zum schmunzelnden Kopfschütteln.

Besonders der angedeutete Wohlstandsbauch regte zum Lästern an. Ein Geistlicher: „Das ist Christus, der mit dem neuen Menschen schwanger geht.“

Die Kirchgemeinde will nun die liturgische Kommission beraten lassen, wie mit dem sakralen Kunstwerk umgegangen wird. Letztendlich soll der neue Bischof entscheiden. Propst Giele: „Es wird vor dem Altar auf alle Fälle einen Korpus geben.“

Wahrscheinlich einen neuen, vor dem die Gläubigen in aller Andacht niederknien und sich bekreuzigen können.

Ist dieses Wasser zu salzig?

Kinder unerwünscht? Erst ab 14 Jahren darf man das Wellnessbad in Bald Elster besuchen.
Kinder unerwünscht? Erst ab 14 Jahren darf man das Wellnessbad in Bald Elster besuchen.

Bad Elster - Der Freistaat investierte 19 Millionen Euro in den Neubau einer Soletherme und weitere 16 Millionen in die Modernisierung des Therapie- und Wohlfühlzentrums Albert Bad im Kurort Bad Elster. Misstöne nach der Eröffnung stören den Jubel über das Engagement.

Die moderne Therme speist eine hoch gesättigte Glaubersalz- Quelle. Millionen von Jahren schlummerte diese unberührt in 1200 Meter Tiefe. Die Besucher haben in der Therme die Wahl zwischen drei Becken mit unterschiedlichem Salzgehalt.

In einem „Salzsee“ kann man schwimmen wie im Toten Meer. Ein Licht- und Klangbad sowie eine Saunalandschaft ergänzen das Wellness-Angebot. Steffi Schlosser (43), Sprecherin der Sächsischen Staatsbäder freut sich: „Mit der Therme sprechen wir ein noch breiteres Publikum an.“

Kindern unter 14 Jahren bleibt der Zutritt zu der Therme allerdings verwehrt. Begründung: Das Salzwasser kann bei ihnen Brechreiz auslösen und zu Durchfallerkrankungen führen.

Norman Zschach (26) aus Plauen findet diese Einschränkung mehr als ärgerlich. Er wollte mit seinem Sohn (6) die neue Therme testen und wurde abgewiesen.

Sein Eindruck: „Mein Eindruck ist, dass dort einfach keine Kinder erwünscht sind.“

Freundschaftsbruch wegen Entfernung?

Ungarn kündigen Lauter die Städtefreundschaft.
Ungarn kündigen Lauter die Städtefreundschaft.

Lauter - Bitteres Ende einer langen Freundschaft: Per Brief kündigte ein ungarischer Bürgermeister dem Erzgebirgsstädtchen Lauter die Städtepartnerschaft auf. Angeblicher Grund: Zu weit entfernt.

Die Erzgebirgler fühlten sich vor den Kopf gestoßen und schickten eine 16-köpfige Delegation in die Puszta - und wurden erneut brüskiert. Mit dem Städtchen Ágasegyháza wurde 1999 eine Partnerschaft besiegelt. Es gab einen regen Austausch, Familien freundeten sich an, die Lauterer organisierten auch Spendenaktionen.

Und plötzlich dieser Schnitt. Lauters Bürgermeister Thomas Kunzmann: „Man kann ja eine Freundschaft ruhen lassen - aber gleich kündigen?“ Die Lauterer wollten Klartext, und erhielten erneut die kalte Schulter gezeigt. Mehrfach bettelte man den ungarischen Bürgermeister János Füredi um ein Gespräch.

Der Dolmetscher übersetzte: „Nicht heute, nicht morgen, nimmermehr!“ Die deutsch-ungarischen Bande sind seit der Wahl Victor Orbans frostiger geworden - doch solch ein Riss wurde bisher noch nicht beobachtet. Kunzmann: „Wir werden uns mit einigen Europapolitikern beraten.“ Die privaten Kontakte nach Ungarn bleiben aber bestehen:

Auch zum traditionellen Vugelbeerfast an diesem Wochenende werden wieder Freunde aus Ágasegyháza begrüßt.

Fotos: PR, Ralf Seegers, Jan Woitas, Helmut Schneider, Privat


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