Deshalb gibt es kein Phantombild vom Leipziger Joggerin-Vergewaltiger

Leipzig - Am Mittwochabend wurde über die fast zwei Jahre zurückliegende Vergewaltigung einer Seniorin in der MDR-Sendung "Die Spur der Täter" berichtet. Darin wurde auch erklärt, weshalb von dem Täter kein Phantombild angefertigt wurde beziehungsweise werden konnte.

Das Rosental ist eine beliebte Strecke für Jogger. Vor knapp zwei Jahren wurde hier eine 69-Jährige vergewaltigt.
Das Rosental ist eine beliebte Strecke für Jogger. Vor knapp zwei Jahren wurde hier eine 69-Jährige vergewaltigt.  © Nico Zeißler

Sie ist allein unterwegs, macht sich am 31. August 2017, einem Donnerstag, gegen 9.20 Uhr von der Emil-Fuchs-Straße aus auf eine Joggingrunde durchs Rosental auf. Vorbei an den Giraffen und Zebras läuft die damals 69-Jährige direkt hinter dem Zoo in das Waldstück. Vom Spielplatz nahe des Gohliser Schlösschens nutzt sie kleinere, unbelebte Pfade in Richtung Waldstraße.

Sie passiert einen in ihre Richtung langsam laufenden Mann, den sie kurz anschaut und überholt.

Unmittelbar nachdem die Joggerin an dem Unbekannten vorbei ist, läuft auch er schneller. Außerhalb des Auenwaldes reißt er die Frau von hinten nieder, tritt und schlägt mehrfach in ihr Gesicht. Er vergewaltigt sein Opfer, spricht dabei kein Wort.

Im MDR-Film ist inegrafische Darstellung zu sehen. Dies sei nur der grundsätzliche Ablauf.

Details sind Täterwissen und sollen den Mann später überführen, wenn er gefasst wird. Die massive Gewalteinwirkung führt dazu, dass die Frau später notoperiert werden muss.

Fünf Kollegen sind weiterhin in Teilzeit mit dem Fall beschäftigt

Wie diese Frau war auch das Opfer am 31. August 2017 allein unterwegs. Dies nutzte der Täter, um sie brutal zu vergewaltigen.
Wie diese Frau war auch das Opfer am 31. August 2017 allein unterwegs. Dies nutzte der Täter, um sie brutal zu vergewaltigen.  © Nico Zeißler

"Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen", sagt Andreas Loepki, der Leiter des Direktionsbüros der Polizei Leipzig. "Wir verfolgen weiter Ermittlungsansätze. Die kann ich aber nicht im Detail verraten, weil es laufende Ermittlungen sind."

Von Beginn an wurden die Ermittlungen in einem Fachkommissariat gebündelt, bestätigt Loepki. "Weiterhin sind fünf Kollegen in dem Fall betraut, wenn auch mittlerweile aufgrund des nachgelassenen Arbeitsaufwands nicht mehr ausschließlich."

Bislang seien über 50 Hinweise zur Tat beziehungsweise dem möglichen Täter eingegangen. Keine führte dazu, dass der Vergewaltiger identifiziert werden konnte. Man sei dennoch weiterhin guter Hoffnung, dass man den Mann noch überführen kann und hofft auf weitere Zeugenaussagen.

Aber wieso wurde kein Phantombild erstellt? Dies liegt laut Andreas Loepki daran, "dass die Geschädigte aufgrund des Geschehens, des emotionalen Eindrucks und des Tatablaufs nicht in der Lage war, den Täter näher zu beschreiben."

Man hatte die Absicht, ein Phantombild anzufertigen, das sei aber nicht möglich gewesen. "Das wollen wir aber nicht als Vorwurf formuliert wissen, denn das liegt in der Natur der Sache, dass sich die Geschädigten auf andere Sachen konzentrieren."

Kurz nach der entsetzlichen Tat hatte die Polizei anderen Frauen geraten, nicht mehr allein joggen zu gehen. Ist das noch immer der Fall? "Wer sich damit sicherer fühlt, soll das definitiv so handhaben", so Polizeisprecher Loepki. "Ich möchte aber betonen, dass wir gegenwärtig im Rosental und anderen Parkanlagen im Stadtgebiet keine besonders erhöhte Gefahrenlage für solche Delikte sehen. Sie bleiben aber möglich, weil Kriminalität zu jeder Zeit stattfindet. Sie lässt sich einfach nicht ausschließen."

Ende des Monats jährt sich die brutale Vergewaltigung der 69-jährigen Frau zum zweiten Mal. Bleibt zu hoffen, dass es bis dahin doch den entscheidenden Hinweis aus der Bevölkerung gibt.

>>>Hier könnt Ihr Euch die MDR-Sendung "Die Spur der Täter" noch einmal anschauen.

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