"Wir konnten es nicht verhindern": Grünen-Politiker in tiefer Trauer

Landesvorstandssprecher der Grünen Jürgen Kasek (37) fordert: "Wir müssen uns stärker einmischen."
Landesvorstandssprecher der Grünen Jürgen Kasek (37) fordert: "Wir müssen uns stärker einmischen."  © DPA

Leipzig - Landesvorstandsprecher der Grünen, Jürgen Kasek (37) trauert um den Szeneclub "4rooms".

Mit einem emotionalen Post auf Facebook macht der Rechtsanwalt seinem Ärger und seiner Trauer über die Schließung des Clubs im Osten Leipzigs Luft. "Soviel Erinnerung. 13 Jahre - Möglichkeiten, Liebe und Feiern", schreibt der 37-Jährige. Und kritisiert das plötzliche Aus für das 4rooms. Denn noch immer ist nicht genau bekannt, aus welchem Grund der Laden kurzfristig Mitte Februar dicht machen musste (TAG24 berichtete).

"Keiner weiß es. Ein Eigentümer, der nicht reden will und seine Pläne nicht preisgibt. Es geht um einen Verkauf wird gemunkelt", so Kasek. Subkulturen würden in dem rasanten Wachstum, das die Stadt derzeit hinlegt, nur stören. "Altes muss weichen, Neues entsteht", ärgert sich der Politiker.

Er fordert gleichzeitig alle Bürger dazu auf, solche Entwicklungen nicht einfach hinzunehmen. "Wir müssen uns stärker einmischen. Dürfen nicht resignieren." Schließlich sei es die Verantwortung der Leipziger, die Stadt mitzuentwickeln und die Gesellschaft, in der sie leben wollen, zu formen.

Nur noch gähnende Leere, da wo früher wilde Partys gefeiert wurden - das 4rooms in Reudnitz gehört der Geschichte an.
Nur noch gähnende Leere, da wo früher wilde Partys gefeiert wurden - das 4rooms in Reudnitz gehört der Geschichte an.  © Screenshot/Facebook, Jürgen kasek

Besonders sauer stößt dem Rechtsanwalt auf, dass die Betreiber nun auch noch für eventuelle Schäden an dem Laden aufkommen müssen.

"Unwirtlichkeit. Und wir, die wir hier waren und das Ende nicht verhindern konnten, sagen Danke", kommentiert er das Vorgehen der Hausverwaltung.

Jürgen Kasek findet liebevolle letzte Worte für den einstigen Szene-Club in Reudnitz: "Danke, denjenigen die über Jahre das alles möglich gemacht haben, die da waren für uns, die Crews, die hier Partys feierten und uns unvergessliche Nächte schenkten, die Betreiber, die die Räume geöffnet haben und all den Menschen, die dazu beigetragen haben, dass es hier soviele Möglichkeiten gab."

Das 4rooms ist nicht die einzige Institution, die für Bauprojekte weichen musste. In der Wolfgang-Heinze-Straße in Connewitz sind das "Black Label" und das Gemeinschafts-Gartenprojekt VAGaBUND des BUND Leipzig betroffen.

Auch hier wurde die kurzfristige Räumung verlangt, um Platz für Wohnraum zu schaffen.


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