Silvester-Randale in Leipzig: Vier Chaoten sitzen in Haft

Leipzig - Nach den schweren Ausschreitungen zu Silvester in Connewitz hat die Staatsanwaltschaft sechs der zehn Festgenommenen wieder auf freien Fuß gesetzt. Heftige Kritik gibt es unterdessen an der linken Landtagsabgeordneten Juliane Nagel (41) für ihren "Cops raus aus #Connewitz"-Tweet (TAG24 berichtete).

Zu Beginn des Silvester-Einsatzes hatten die Polizisten in Connewitz als Zeichen der Deeskalations-Bemühungen noch die Helme unten. Kurz darauf flogen ihnen Böller, Flaschen und Steine entgegen.
Zu Beginn des Silvester-Einsatzes hatten die Polizisten in Connewitz als Zeichen der Deeskalations-Bemühungen noch die Helme unten. Kurz darauf flogen ihnen Böller, Flaschen und Steine entgegen.  © dpa/ Sebastian Willnow

Die gute Nachricht zuerst: Nach dem Mordversuch an dem Polizisten in Connewitz hat sich der Gesundheitszustand des Beamten weiter stabilisiert.

Die "Soko LinX" ist den brutalen Tätern auf der Spur, konnte am Donnerstag aber noch kein Fahndungserfolg vermelden.

Gegen vier der bei den Ausschreitungen festgenommenen Männer (27, 29, 30, 32) wurden Haftbefehle erlassen, unter anderem wegen Körperverletzung. Sechs Beschuldigte kamen mangels Haftgrund wieder frei.

Auch politisch ging es am Donnerstag hoch her. Nach dem umstrittenen Tweet der Linken-Politikerin Nagel fuhr die Junge Union (JU) schweres Geschütz auf.

Junge Union: Linkspartei ist Fall für Verfassungsschutz?

Florian Oest (32), Chef der Jungen Union in Sachsen, bringt ein Verbot der Partei "Die Linke" ins Spiel.
Florian Oest (32), Chef der Jungen Union in Sachsen, bringt ein Verbot der Partei "Die Linke" ins Spiel.  © Thomas Türpe

"Wenn die Linkspartei die gewaltverherrlichende Rhetorik ihrer Akteure toleriert oder sogar für gut heißt, ist sie ein Fall für den Verfassungsschutz und gehört verboten", sagte Sachsens JU-Chef Florian Oest (32), der gleichsam persönlicher Referent des sächsischen Innenministers Roland Wöller (49, CDU) ist.

Auch CDU-Fraktions-Chef Christian Hartmann (45) nannte Nagels Verhalten "beschämend" und "einer Landtagsabgeordneten unwürdig".

Die so Gescholtene meldete sich am Donnerstag zu Wort und erklärte, dass sie beim Erstellen ihres Tweets von dem Mordversuch an dem Polizisten noch keine Kenntnis gehabt habe. "Ich wünsche dem Beamten und allen anderen Verletzten aufrichtig gute Besserung", so Nagel in ihrer Erklärung.

Allerdings: Auch mit Bekanntwerden des Mordversuches löschte Juliane Nagel den Tweet nicht, nahm ihn auch nicht inhaltlich zurück.

Linken-Abgeordnete Juliane Nagel (41).
Linken-Abgeordnete Juliane Nagel (41).  © Ralf Seegers

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