Viele Jungtiere unterwegs: Experten warnen davor, Wildkatzen zu streicheln

Leipzig - Der Frühling ist da. Nicht nur Häschen, Rehe und Füchse bekommen jetzt Nachwuchs. Auch Europäische Wildkatzen haben Jungtiere. Seit rund zehn Jahren gibt es diese Tierart, die aus Südwestdeutschland auch in sächsische Wälder zieht.

Vor allem die jungen Wildkatzen sehen den Hausmiezen verdammt ähnlich. Experten warnen trotzdem davor, die Tiere zu streicheln.
Vor allem die jungen Wildkatzen sehen den Hausmiezen verdammt ähnlich. Experten warnen trotzdem davor, die Tiere zu streicheln.  © Thomas Stephan/BUND

Im Vogtland wurden die ersten Kätzchen entdeckt. Erst seit Kurzem leben sie auch in der Dübener Heide und sogar im Leipziger Auwald. Sehen die Jungtiere fast wie eine Hauskatze aus, sind die ausgewachsenen Tiere kräftiger, haben einen buschigen Schwanz.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) appelliert an Spaziergänger und Wanderer, die Tiere nicht zu streicheln oder gar mitzunehmen, auch wenn die grau getigerten Fellknäulchen mutterlos wirken. "Das Muttertier ist meist in unmittelbarer Nähe, die Tiere stehen unter strengem Schutz", sagt BUND-Expertin Friederike Scholz.

Die Zerschneidung ihres Lebensraumes - beispielsweise durch Autobahnen - stellt eine große Gefahr dar. Die Wildkatzen werden nicht nur überfahren. Sie leben in Deckung, in den Wäldern. Durch immer weniger zusammenhängendes Waldgebiet droht ihnen genetische Verarmung.

Dennoch ist Friederike Scholz optimistisch: "Es ist anzunehmen, dass die Wildkatze sich trotzdem auch in der Sächsischen Schweiz oder im Raum Dresden ansiedelt."

Titelfoto: Thomas Stephan/BUND

Mehr zum Thema Leipzig:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0