Plakate gegen Ex-RB-Spieler: 1. FCK distanziert sich von eigenen Fans

Marius Müller (l.) und Gino Fechner wechselten zur aktuellen Saison von Leipzig nach Kaiserslautern. Schon am ersten Spieltag sahen sie unschöne, an sie adressierte Plakate.
Marius Müller (l.) und Gino Fechner wechselten zur aktuellen Saison von Leipzig nach Kaiserslautern. Schon am ersten Spieltag sahen sie unschöne, an sie adressierte Plakate.  © DPA

Kaiserslautern - Böse Plakate und Banner gegen RB Leipzig: Schon seit geraumer Zeit sieht sich der Vizemeister mit Hass-Botschaften in den Stadien konfrontiert. Nun hat sich ein Zweitligist von den eigenen Fans distanziert.

Es ist Sonntagnachmittag, 15.25 Uhr. Der 1. FC Kaiserslautern hat soeben am 1. Spieltag der neuen Zweitligasaison beim 1. FC Nürnberg mit 0:3 verloren. Die Verantwortlichen ärgert aber nicht nur die hohe Niederlage, sondern vor allem das Verhalten einer Anhänger.

Die Fangruppierung "Pfalz Inferno", wie der Verein selbst bestätigte, soll im Gästeblock des Max-Morlock-Stadions ein Plakat gegen ihre eigenen Spieler ausgerollt und aufgehängt haben.

Betroffen: Die beiden Ex-RB-Spieler Marius Müller (24) und Gino Fechner (19). Während Leihgabe Müller die gesamten 90 Minuten im Kasten stand, wurde Fechner erst in der 60. Minute eingewechselt.

Dieses Plakat gegen die Ex-RB-Spieler Marius Müller und Gino Fechner zeigte die Fangruppierung "Pfalz Inferno" beim Spiel in Nürnberg.
Dieses Plakat gegen die Ex-RB-Spieler Marius Müller und Gino Fechner zeigte die Fangruppierung "Pfalz Inferno" beim Spiel in Nürnberg.

"Schon wieder nicht auf den Charakter geschaut. Müller und Fechner seht zu, dass ihr abhaut", stand auf dem Plakat gegen die vor der Saison aus Leipzig an den Betzenberg gewechselten Spieler.

Von diesem Plakat hat sich der Zweitligist nun ganz klar distanziert. "Ein solches Banner vor eine Fankurve zu hängen, hat in unseren Augen nichts mit Meinungsfreiheit zu tun", schreib der FCK in einer Stellungnahme, "sondern ist vereinsschädigendes Verhalten und steht jeglicher Form von respektvollem Umgang untereinander entgegen."

Auch der FCK-Vorstandsvorsitzende ist vom Verhalten der Fans nicht begeistert. "Unseren Torwart Marius Müller und einen jungen talentierten Spieler wie Gino Fechner, der sich bewusst für den FCK entschieden hat, so zu beschimpfen, hat nichts mit dem FCK zu tun, für den wir einstehen und kämpfen", sagte Thomas Gries.

Weiterhin kündigten die Roten Teufel harte Schritte gegen die Gruppierung "Pfalz Inferno" an. Man könne diesen Vertrauensbruch nicht ohne Konsequenzen hinnehmen und sehe zudem keine Bereitschaft mehr, dem Fanclub "weiterhin Privilegien im Stadion zu gewähren."

Marius Müller wechselte zunächst für ein Jahr auf Leihbasis zu seinem Jugendverein, Fechner wurde nach Auflösung der Leipziger U23 für rund 50.000 Euro nach Kaiserslautern verkauft.


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