Eklat um Leipziger Karstadt: 50.000 Unterschriften für Erhalt in Müll geworfen

Luxemburg/Leipzig - Eine Delegation des Warenhauses Karstadt hat sich am Dienstag aufgemacht, um der Eigentümergesellschaft der Leipziger Immobilie Zehntausende Unterschriften für den Erhalt zu überreichen. Was ein Mitarbeiter mit denen machte, ist unfassbar.

Jedem Mitarbeiter wurde durch ein Händeschütteln für die Solidaritäts-Aktion gedankt.
Jedem Mitarbeiter wurde durch ein Händeschütteln für die Solidaritäts-Aktion gedankt.  © Saskia Weck

Michael Zielke höchstpersönlich klingelte, in einem von der "LVZ" veröffentlichten Video, an der Haustür des Unternehmens.

In den Händen trug der Leipziger Karstadt-Geschäftsführer einen großen Karton mit rund 50.000 Unterschriften für den Erhalt des Warenhauses in der Petersstraße.

Doch anstatt diesen Karton anzunehmen, packte ihn ein Mitarbeiter der Firma "Petersstraße s.à.r.l.", ging zu einer Mülltonne und entsorgte ihn darin. Er soll zu der Delegation aus Leipzig "Leckt mich am A*sch" gesagt haben.

"Das haut mich vom Stuhl", zeigte sich Geschäftsführer Michael Zielke gegenüber der "LVZ" geschockt, "ich kann es wirklich nicht glauben, wie mit den Tausenden Stimmen, die wir in Leipzig in den vergangenen Wochen eingesammelt haben, hier und heute umgegangen wurde. Wir waren in friedlicher Absicht gekommen, um die Unterschriften unserer Bürger abzugeben. Und dann ist uns dieser Mann mit einer Aggressivität, mit Unverschämtheiten und Beleidigungen entgegengekommen. Das macht mich schier fassungslos", so Zielke.

Der Eigentümer hatte Karstadt in Leipzig eine Mieterhöhung von satten 68 Prozent aufgebrummt. Da das Warenhaus diese nicht zahlen wollte, wurde der Mietvertrag zum 31. März 2019 gekündigt (TAG24 berichtete). Eine riesige Menschenkette aus Mitarbeitern hatte sich um das Gebäude vor vier Wochen gebildet (TAG24 berichtete). Die Angestellten wollen ihren Job nicht kampflos verlieren.

Im Mai protestierte Filiallleiter Michael Zielke noch mit Kolleginnen gegen die Schließungspläne - ohne Erfolg.
Im Mai protestierte Filiallleiter Michael Zielke noch mit Kolleginnen gegen die Schließungspläne - ohne Erfolg.

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