Hunderte Klagen! Immer mehr Eltern wehren sich gegen Kitaplatz-Misere

Immer mehr Eltern ziehen wegen des Kitaplatz-Mangels in Leipzig gegen die Stadt vor Gericht. (Symbolbild)
Immer mehr Eltern ziehen wegen des Kitaplatz-Mangels in Leipzig gegen die Stadt vor Gericht. (Symbolbild)  © DPA

Leipzig - Für Leipzig kommt es wegen des Kitaplatz-Mangels knüppeldick. Seitdem eine Familie vor Gericht gegen die Stadt gewann, gehen immer mehr Eltern diesen Weg.

Wie die Stadt auf Anfrage von "MDR Aktuell" mitteilte, sind in diesem Jahr rund 400 Klagen eingegangen. Die Eltern berufen sich demnach auf ihren Rechtsanspruch.

Aus dem Rathaus heißt es, der Bedarf sei nicht planbar gewesen. So zitiert "MDR Aktuell" Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (59, SPD), ein Kind sei neun Monate im Bauch seiner Mutter. Eine neue Krippe zu bauen, dauere aber zwei Jahre.

Viele Eltern haben aber die Nase voll von solchen Phrasen. "Ich würde sagen, dass das Thema verschlafen wurde. Man hätte das eher angehen müssen. Man hat erst reagiert, als es den Rechtsanspruch gab, also als Druck von oben kam", kritisiert Victoria Jankowicz von der Leipziger Kita-Initiative gegenüber "MDR Aktuell".

Jankowicz befürchtet nun, dass durch die Kitaplatz-Klagewelle quasi das Recht des Stärkeren gilt. Denn wer klagt, bekommt nach der Erfahrung der Initiative schnell einen Platz. Die Stadt muss damit rechnen, vor Gericht den Kürzeren zu ziehen. Die soziale Bedürftigkeit bleibt damit auf der Strecke.

Die Stadt arbeitet derzeit mit Hochdruck daran, Kitaplatz-Klagen überflüssig zu machen. Bis 2019 will sie in Eigenregie 13 neue Kitas mit knapp 1800 Betreuungsplätzen aus dem Boden stampfen (TAG24 berichtete).

Titelfoto: DPA


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