Hoch die Röcke: Klein-Paris feiert die Belle Époque

Leipzig - Klein-Paris macht auf Paris: Im weltgrößten Spiegelzelt entführt das Leipziger Krystallpalast-Varieté seine Gäste aktuell auf die verruchte Amüsiermeile Pigalle zu Zeiten der Belle Époque.

 Die Farbe Grün steht an diesem Abend für den Absinth - die grüne Fee beflügelte seinerzeit berühmte Künstler wie Henri Toulouse-Lautrec und Vincent van Gogh.
Die Farbe Grün steht an diesem Abend für den Absinth - die grüne Fee beflügelte seinerzeit berühmte Künstler wie Henri Toulouse-Lautrec und Vincent van Gogh.  © Ralf Seegers

Der berühmte französische Bohème-Maler Henri de Toulouse-Lautrec (1861 - 1901) hätte seine wahre Freude am und im „Queen of Flanders“, dem mit 30 Meter Durchmesser und einer Höhe von 12 Metern größten Spiegelzelt der Welt. Bestrapste Tänzerinnen werfen zum Cancan die Röcke, todesmutige Artisten schrauben ihre anmutigen Körper bis unter die Kuppel. Eine Chansonnette klagt ihr Liebesleid. An den Tischen knallen die Champagner-Korken.

Willkommen im Paris des Jahres 1889 - jener Zeit also, in der Toulouse-Lautrec seine berühmtesten Lithografien schuf, dabei regelmäßig in den „Mausefallen“ des Pigalle versackte. Wie am berühmten Moulin Rouge drehen sich auch im Klein-Pariser Spiegelzelt die roten Windmühlen-Flügel. Wegen der drohenden Lizenzgebühren will Gastgeber Herbert von Cremefeld (Armin Zarbock) seinen Amüsierbetrieb aber nicht so nennen. Man einigt sich auf „Rügenwalder Mühle“ ...

Neben Kalauern, Bonmots und Frivolitäten wartet die Dinnershow „Gans ganz anders“ vor allem mit hochklassiger Akrobatik auf. "Gummimann" Oleksandr Yenivatov etwa demonstriert in für Zuschauer geradezu schmerzvoller Eindrücklichkeit, wie sich die Gesetzmäßigkeiten menschlicher Motorik außer Kraft setzen lassen.

Das Amüsement läuft noch bis zum 31. Dezember. Karten kosten zwischen 79 und 105 Euro, inklusive eines 4-Gänge-Menüs mit Gänsekeule.

© Ralf Seegers
 Das tut schon beim Hinschauen weh: "Gummimann" Oleksandr Yenivatov verbiegt seinen Körper in unglaublicher Weise. Vor jeder Show wärmt er sich vier Stunden mit Dehnungen auf.
Das tut schon beim Hinschauen weh: "Gummimann" Oleksandr Yenivatov verbiegt seinen Körper in unglaublicher Weise. Vor jeder Show wärmt er sich vier Stunden mit Dehnungen auf.  © Ralf Seegers
 Im weltgrößten Spiegelzelt zelebriert das Leipziger Krystallpalast-Varieté derzeit das Pariser Nachtleben anno 1889. Rund 500 Dinner-Gäste passen auf zwei Etagen ins Chapiteau. Foto: Ralf Seegers
Im weltgrößten Spiegelzelt zelebriert das Leipziger Krystallpalast-Varieté derzeit das Pariser Nachtleben anno 1889. Rund 500 Dinner-Gäste passen auf zwei Etagen ins Chapiteau. Foto: Ralf Seegers  © Ralf Seegers

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