Wohnung in die Luft gejagt? Das ist der Plattenbau-Zündler

Leipzig - Am Landgericht Leipzig startete am heutigen Mittwochnachmittag der Prozess gegen Denis S. Der 29-Jährige soll am 7. Oktober vergangenen Jahres seine Wohnung im Stadtteil Meusdorf hochgejagt haben, um den Versicherungsbeitrag zu kassieren.

Verteidiger Stephan Bonell über das Urteil: "Ich bin nicht unzufrieden über den Schuldspruch, nur über die Höhe."
Verteidiger Stephan Bonell über das Urteil: "Ich bin nicht unzufrieden über den Schuldspruch, nur über die Höhe."  © Birthe Kleemann

Durch die Explosion in dem Mietshaus, in dem zehn Einheiten bewohnt waren, wurden insgesamt 11 Menschen verletzt (TAG24 berichtete). Eine Bewohnerin des obersten Geschosses hatte sich damals nur noch durch einen Sprung vom Balkon retten können. Sie erlitt mehrere Knochenbrüche und Verbrennungen vierten Grades.

Denis S. muss sich nun wegen versuchten Mordes verantworten. Außerdem wird dem 29-Jährigen schwere Brandstiftung und gefährliche Körperverletzung, sowie versuchter Versicherungsbetrug vorgeworfen. Er sitzt seit Oktober in Untersuchungshaft.

Der Auftakt des Prozesses ging schon nach etwa 30 Minuten vorbei. Denis S. ließ nur durch seinen Verteidiger, den Leipziger Rechtsanwalt Stephan Bonell, sprechen. Dieser kündigte für die nächste Sitzung ein "umfangreiches Geständnis" an, was die äußeren Umstände der Tat beträfe.

Auch ehemalige Anwohner des Hauses und des Nachbarhauses waren zum Prozessauftakt erschienen. Vielen standen die schrecklichen Ereignisse noch immer ins Gesicht geschrieben. Eine Anwohnerin erzählte TAG24, dass Denis S. kurz vor der Tat sein Hab und Gut aus der Wohnung geschafft hatte. Sie beobachtete den jungen Mann dabei, wie er eine Stereo-Anlage außer Haus schaffte. Seine Erklärung: Die Musikaanlage sei kaputt.

Er sei nie auffällig gewesen, berichtete die Frau, die zum Zeitpunkt der Tat glücklicherweise außer Haus war. "Höflich, freundlich", das sind die Worte, mit denen man den 29-Jährigen hätte beschreiben können. Dass er zu solchen Taten fähig wäre, hätte wohl keiner der Mieter gedacht.

In zwei Wochen wird der Prozess fortgesetzt.

Denis S. (29) wurde zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren und 6 Monaten verurteilt.
Denis S. (29) wurde zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren und 6 Monaten verurteilt.  © Birthe Kleemann

Titelfoto: Birthe Kleemann


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