Nach Messer-Überfall: Psycho-Spritze schenkt Sex-Gangster die Freiheit

Leipzig - Er wurde in Handschellen gebracht und verließ das Gericht kurz darauf als freier Mann: Der "Frauenrichter" Maher A. (31) muss trotz des bewaffneten Sex-Überfalls auf eine Leipzigerin (TAG24 berichtete) weder ins Gefängnis noch in die Psychiatrie. Seine Freiheit verdankt der Syrer einer Spritze.

Ist seit Mittwoch ein freier Mann: der selbsternannte „Frauenrichter“ Maher A. (31).
Ist seit Mittwoch ein freier Mann: der selbsternannte „Frauenrichter“ Maher A. (31).  © Ralf Seegers

Am 23. August hatte der angehende Jurist aus Damaskus Melanie K. (28) in deren Wohnung überfallen, ihren Freund ausgesperrt und sich dann mit einem großen Messer über die Frau her gemacht. Und zwar mit den Worten "Ich bin von Gott beauftragt, über Frauen zu richten". Sein Opfer, dem A. das Shirt vom Leibe riss und sich dann über dessen Brüste hermachte, bezeichnete der Moslem zuvor als "Jüdin". Das schnelle Eintreffen der Polizei verhinderte Schlimmeres.

Das Landgericht sah für diese Attacke die Straftatbestände der schweren sexuellen Nötigung, gefährlichen Körperverletzung und Bedrohung zwar rein formal als verwirklicht an, ahndete sie jedoch nicht. Grund: Der Gerichtspsychiater diagnostizierte bei A. eine Schizophrenie. Ein akuter Krankheitsschub hatte den Syrer demnach zum Sex-Täter werden lassen.

In solchen Fällen werden als gefährlich geltende Täter in der Regel in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen. Auch die 6. Strafkammer ordnete gestern die Unterbringung des "Frauenrichters" an, setzte sie aber sogleich auf Bewährung aus. Begründung: Maher A. erhält jetzt Depotspritzen mit Antipsychotika. Die können seine Krankheit zwar nicht heilen, jedoch für 28 Tage den Ausbruch neuer Psychosen verhindern. "Das Medikament sorgt dafür, dass Sie anderen nichts mehr tun", sagte der Vorsitzende Richter Rüdiger Harr zu dem entrückt lächelnden Mann.

Fünf Jahre lang muss sich der Syrer nun jeden Monat spritzen lassen, um trotz Gefahrenprognose weiter in Freiheit verbleiben zu können. Eine Führungsaufsicht soll das kontrollieren. Sollte Maher A. seinen Spritzentermin einmal versäumen, kommt er sofort in die Psychiatrie.

Die 6. Strafkammer ordnete eine Einweisung in die geschlossene Psychiatrie an – allerdings auf Bewährung.
Die 6. Strafkammer ordnete eine Einweisung in die geschlossene Psychiatrie an – allerdings auf Bewährung.  © Ralf Seegers
 Jeden Monat muss sich der Syrer eine Antipsychotika-Spritze abholen, damit er keine Straftaten mehr begeht.
Jeden Monat muss sich der Syrer eine Antipsychotika-Spritze abholen, damit er keine Straftaten mehr begeht.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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