Erhält eine Flüchtlingsfamilie monatlich wirklich 7345 Euro vom Amt?

Dieses Schreiben wurde von einem Portal veröffentlicht, das sich mit Fake-Nachrichten beschäftigt. Doch der Brief scheint nicht gefälscht zu sein.
Dieses Schreiben wurde von einem Portal veröffentlicht, das sich mit Fake-Nachrichten beschäftigt. Doch der Brief scheint nicht gefälscht zu sein.  © screenshot/mimikama.at

Leipzig - Die Kopie eines Schreibens der Ausländerbehörde des Landkreises Leipzig, die gerade im Internet verbreitet wird, sorgt für Aufsehen.

In dem Bescheid, den eine zehnköpfige Flüchtlingsfamilie erhalten haben soll, werden zustehende Leistungen in Höhe von 7345,54 Euro für den Monat April 2017 aufgelistet.

Der Landkreis Leipzig hat sich auf eine Anfrage des Portals "Mimikama" zu dem Fall geäußert. Eine Sprecherin erklärte, dass das Schreiben nicht durch das Amt in Umlauf gebracht wurde.

"Allgemein ist jedoch zu sagen, dass die Bescheide die vom Landratsamt Landkreis Leipzig in Angelegenheiten des Asylbewerberleistungsgesetzes (AsylbLG) erstellt werden, in ihrer äußeren Erscheinung dem abgebildeten Schriftstück entsprechen." Spricht also zu allererst nicht für einen Fake, schließt ihn aber auch nicht aus.

Die Ausländerbehörde wies darauf hin, dass die in einem solchen Brief ausgewiesene Summe den Leistungsberechtigten so nicht ausgezahlt werde. Vielmehr handele es sich um eine Gesamtsumme, von der einige Leistungen abgezogen werden. Dazu zähle beispielsweise die Unterkunft, die für eine zehnköpfige Familie "monatlich durchaus über 4000 Euro betragen" könne.

Im Schnitt könne laut der Behörde bei einer solchen Großfamilie von einem Leistungsbetrag von rund 300 Euro pro Person ausgegangen werden. Macht 3000 Euro Auszahlungsbetrag anstatt über 7000 Euro. Dies erscheint dann doch eher realistisch.

Eine Flüchtlingsfamilie erhält laut des Schreibens monatlich über 7000 Euro. Wird ihr der Betrag aber bar ausgezahlt? (Symbolbild)
Eine Flüchtlingsfamilie erhält laut des Schreibens monatlich über 7000 Euro. Wird ihr der Betrag aber bar ausgezahlt? (Symbolbild)  © DPA