Trotz Anschlag: Linke bleiben Neukieritzsch treu!

Am Sonntagmorgen zertrümmerten Unbekannte mehr als 30 Scheiben der Park Arena.
Am Sonntagmorgen zertrümmerten Unbekannte mehr als 30 Scheiben der Park Arena.

Von Torsten Hilscher

Leipzig - Trotz alledem: Die sächsische Linke will auch künftig in der "Park Arena" Neukieritzsch bei Leipzig tagen. Die Glasfassade des Gebäudes war am Sonntagmorgen von Unbekannten fast vollständig eingeschlagen worden, ein Landesparteitag der Partei musste kurzfristig verlegt werden.

Zum Abschluss der zweitägigen Versammlung beschlossen die 170 Delegierten am Sonntagabend: Wir kommen wieder! Am Morgen sah die Lage noch ganz anders aus. Da waren nicht nur mehr als 30 Glasscheiben des Tagungsortes zerdroschen, die ganze Halle blieb gesperrt.

Der Parteitag musste ins Gemeindehaus von Neukieritzsch ausweichen, das ihnen Bürgermeister Thomas Hellriegel (50, parteilos) kurzfristig als Ersatz angeboten hatte.

Den Sachschaden an der "Park Arena" bezifferte Hellriegel mit 250.000 Euro. Inzwischen ermittelt die Kripo, das Operative Abwehrzentrum ist ebenfalls eingebunden. Grund: Die Behörden schließen eine politisch motivierte Straftat nicht aus.

Die Linke hatte seit Samstag in der "Park Arena" getagt und wollte dort ursprünglich am Sonntag ihren Parteitag fortsetzen.

Die „Park Arena“ in Neukieritzsch (7100 Einwohner) ist ein hochmodernes Kulturzentrum, das 2013 mit dem Sächsischen Staatspreis für Baukultur ausgezeichnet wurde. Der Entwurf stammt vom Dresdner Büro Code Unique Architekten. Die Baukosten lagen bei 12,8 Millionen Euro.

Die Arena beherbergt neben einer Mehrzweckhalle ein Café (120 Plätze) und eine Bowlingbahn. Parallel stehen Squash-Plätze und eine Sauna für Freizeitsportler zur Verfügung. Im Gelände befinden sich ein Freibad und ein Sportplatz. Unter anderen die Regionalliga-Basketballer der Leipziger Eagles nutzen die Arena als Heimspielstätte. Der Komplex grenzt an den Erholungspark „Bruch“.

Im November will die sächsische CDU ebenfalls einen Landesparteitag in der „Park Arena“ abhalten. Ob dieser nun dort stattfindet, ist bislang unklar.

Die Zerstörung an der Arena ist deutlich sichtbar.
Die Zerstörung an der Arena ist deutlich sichtbar.

Fotos: Die Linke


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