Hier packen zwei Linksradikale aus Leipzig richtig aus

Polizisten trennen Linke und LEGIDA-Anhänger während einer Demo in Leipzig.
Polizisten trennen Linke und LEGIDA-Anhänger während einer Demo in Leipzig.

Leipzig - Hunderte vermummte Menschen randalieren, zerstören Gebäude und Scheiben, greifen sogar Polizeistationen an. In Leipzig eskalierte die linke Gewalt bereits fünf Mal in diesem Jahr. Jetzt soll eine Soko die linksautonome Szene genau im Auge behalten. Eine Reporterin des MDR traf zwei Anhänger der linken Szene.

Marie-Sophie Rudolph ist es gelungen, mit zwei Linksradikalen Mitte Zwanzig aus der linken Szene in Leipzig zu sprechen.

An einem neutralen Ort im Osten von Leipzig erklärte einer der Männer seine politische Einstellung. "Unser großes Ziel ist die befreite Gesellschaft. Das bedeutet, dass eigentlich alle Herrschaftsformen, die es gibt, dass man arbeiten gehen muss - dass das alles abgeschlossen ist, dass Leute sich einfach frei entfalten können."

Emile, ein erfundener Name, erzählt, dass "Links sein" mehr sei, als eine politische Einstellung. Sein ganzes Leben drehe sich darum.

Das bestehende System lehnen die Linken ab, erzählt Hans der MDR-Reporterin: "Wir haben jetzt keinen Masterplan und brauchen jetzt nur noch die Revolution und dann setzen wir das um. Das ist ein Prozess. Aber das heißt auch nicht, dass das immer nur friedlich ablaufen kann. Das zeigt auch die Geschichte von Gesellschaftstransformation."

Angriff auf Legida aus der Rudolphstraße von Linken mit Raketen, Bengalos und Farbbeuteln.
Angriff auf Legida aus der Rudolphstraße von Linken mit Raketen, Bengalos und Farbbeuteln.

Emile und Hans kämpfen gegen steigende Mieten, Verschwendung von Essen und Polizeigewalt. Vor allem wenn Linke die Polizei angreifen, würde es einen besonders großen Aufschrei geben, sagt Hans.

"Mir fällt schon auf, dass Gewalt in der linken Szene immer zu einer großen Publicity führt. Wenn wir vorher große Theorie-Diskussionen führen, dass das dann ungehört bleibt. Das ist traurig. Das ist jetzt keine Aufforderung, aber das ist eine Feststellung."

Gewalt in der linken Szene? Für die beiden Anhänger sind das vor allem eingeschmissene Scheiben, zerstörte Bushaltestellen, verschmierte Gebäude und auch Angriffe auf Polizisten. Ob es für die beiden Grenzen in der linken Szene gibt?

"Ein Großteil der Sachen, die gemacht werden, sind keine Gewalt. Das unterscheidet die linke Szene auch ausdrücklich von der rechten, wo der Großteil der Taten Gewalttaten sind, Körperverletzung oder sogar Mord. Da gibt es eine Grenze und die meisten Leute haben einfach keine Lust, diese Grenze zu übertreten."

Die linke Szene in Leipzig gilt in ganz Deutschland als eine der aktivsten. "Für Fortschritt bedarf es immer Kämpfe und die müssen wir halt weiterführen, um die Gesellschaft noch irgendwie zu einem Besseren zu führen", begründet Hans.

Den ganzen Beitrag des MDR, auch zum Anhören, gibt es hier.

Fotos: Ralf Seegers


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