Kaum Gäste und Millionen in den Sand gesetzt: Was war los am Kirchentag?

Der "Kirchentag auf dem Weg" zog deutlich weniger Besucher an, als erwartet.
Der "Kirchentag auf dem Weg" zog deutlich weniger Besucher an, als erwartet.  © DPA

Leipzig - Das Dezernat für Kultur zog dieser Tag Zwischenbilanz zum "Kirchentag auf dem Weg" Und die fiel reichlich ernüchternd aus: Die Besucherzahlen blieben weit unter den Erwartungen.

Insgesamt 5,36 Millionen Euro hatten die Feierlichkeiten gekostet, die vom 25. bis 28. Mai in Mitteldeutschland stattfanden. Den Großteil davon trugen die Stadt Leipzig (950.000 Euro) und der Freistaat Sachsen (2.250.000 Euro). Die Evangelische Landeskirche beteiligte sich mit 630.000 Euro, von der Stadt Torgau flossen nochmals 30.000 Euro. Der Rest sollte durch den Verkauf von Veranstaltungstickets und Merchandise gestemmt werden.

Doch es gab ein großes Problem: Von den erwarteten 50.000 Gästen kam nicht einmal die Hälfte. Nur etwa 12.000 Besucher und Mitwirkende nahmen an den Festlichkeiten teil. Das teilte Hartwig Bodmann mit. Laut dem Geschäftsführer des Reformationsjubiläum 2017 e.V. waren kaum Tageskarten verkauft worden.

Wie konnten Prognosen und Realität so weit auseinander klaffen? Der "Kirchentag auf dem Weg" fand in diesem Jahr zum ersten Mal statt, anscheinend fehlte bisher die Erfahrung mit einer derartigen länderübergreifenden Großveranstaltung. Auch in den Medien wäre das Ereignis nicht ausreichend publiziert worden, äußerte sich die Stadt Leipzig. "Es gab kaum Kapazitäten, den interessierten Leipzigern und Leipzigerinnen ohne religiöse Bindung einzelne Höhepunktveranstaltungen nahe zu bringen", hieß es in einer Vorlage.

Eine große Rolle spielte auch die Sicherheitsfrage. Immer wieder waren in der Vergangenheit Großveranstaltungen von Anschlägen heimgesucht worden, wie beispielsweise der Berliner Weihnachtsmarkt im Dezember 2016 (TAG24 berichtete). Auch deshalb könnten die Besucher weggeblieben sein.

Woran es auch lag - Fakt ist, dass sich der "Kirchentag auf dem Weg" eher als Pleite erwies. Eventuelle finanzielle Defizite soll die Evangelische Landeskirche ausgleichen. Ein endgültiger Kassensturz sei aber erst Ende März möglich, so die Stadt.

Titelfoto: DPA


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