Heuerte dieser Mann einen Killer an, um seinen Geschäftspartner zu töten?

Sie sollen Licht ins Dunkle bringen. Die Schöffen des Leipziger Schwurgerichts.
Sie sollen Licht ins Dunkle bringen. Die Schöffen des Leipziger Schwurgerichts.  © Ralf Seegers

Leipzig - Eiskaltes Mordkomplott oder perfide Intrige? In Leipzig soll ein Großhändler einen Killer angeheuert haben, um seinen einstigen Geschäftspartner aus dem Weg zu räumen. Doch nicht einmal die Staatsanwaltschaft ist sich sicher, ob die abenteuerliche Geschichte so stimmt. Seit Mittwoch läuft der Prozess.

Es soll im Jahr 2014 gewesen sein, als der türkische Geschäftsmann Sabri S. (44), der in Leipzig einen Großhandel für Lebensmittel betreibt, nach Tschechien fuhr. Dort soll er laut Anklage den Syrer Yusif N. (35) aufgesucht und ihm ein geradezu mörderisches Angebot gemacht haben: "Er bot ihm 40 000 Euro an, wenn er Hussein D. tötet“, so Staatsanwalt Torsten Naumann. Jener D. ist ebenfalls Händler und war früher Geschäftspartner des Angeklagten. Warum er sterben sollte, ist den Ermittlern bis heute unklar.

Laut Anklage erhielt der "Auftragskiller" 12. 000 Euro Anzahlung. Doch anstatt das Opfer zu erschießen, nahm Yusif N. Kontakt mit Hussein D. auf und verriet ihm den Plan. Um den vollen Killerlohn dennoch kassieren zu können, soll der Türke mit viel Ketchup zur "Leiche" geschminkt worden sein. Das "Beweisfoto", das dem Auftraggeber übergeben wurde, zeigt das Opfer in einer "Blutlache" liegend.

Doch der Deal platzte, da „Leiche“ Hussein D. nun tatsächlich Angst um sein Leben hatte und sich der Polizei anvertraute.

Sabri S. steht nun wegen versuchter Anstiftung zum Mord vor dem Landgericht. Doch zum Prozess erschien er als freier Mann. Weil selbst die Staatsanwaltschaft Zweifel an der Räuberpistole hat, verzichtete sie darauf, gegen S. Haftbefehl zu beantragen. Zu den Vorwürfen äußern wollte der sich gestern allerdings nicht.

Ermittelt wird übrigens auch gegen Hussein D. - wegen Mordes. Sabri S. soll seinen Widersacher im Gegenzug bezichtigt haben, einen anderen türkischen Geschäftsmann, der seit Monaten spurlos verschwunden ist, getötet zu haben.

Zweimal schon suchte die Polizei auf einem ehemaligen Firmengelände und in der Kanalisation nach einer Leiche. Doch bis auf ein paar Hühnerknochen wurde nichts gefunden.

Im September suchten Polizisten auf einem ehemaligen Firmengelände an der Leipziger Apelstraße nach einer Leiche. Gefunden wurde nichts.
Im September suchten Polizisten auf einem ehemaligen Firmengelände an der Leipziger Apelstraße nach einer Leiche. Gefunden wurde nichts.  © Holger Baumgärtner
Er soll laut Anklage einen Mord in Auftrag gegeben haben: Geschäftsmann Sabri S.
Er soll laut Anklage einen Mord in Auftrag gegeben haben: Geschäftsmann Sabri S.  © Ralf Seegers

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