Stefan (†34) vor seinem Haus erstochen: Mörder auch ein Jahr danach auf freiem Fuß

Leipzig - Nur wenige Minuten sollte der Weg von der Straßenbahn dauern, doch der 34-jährige Stefan M. kam nie zuhause an: Ein Jahr nach dem Mord an einem Mann im Leipziger Stadtteil Plagwitz tappen die Ermittler noch immer im Dunkeln. "Der Fall ist weiterhin offen", sagte Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz. "Wir führen ein Verfahren gegen Unbekannt."

Stefan M. wurde am Abend des 1. Oktober 2017 vor seinem Wohnhaus in Leipzig-Plagwitz erstochen. Ein Jahr später fehlt vom Täter noch immer jede Spur.
Stefan M. wurde am Abend des 1. Oktober 2017 vor seinem Wohnhaus in Leipzig-Plagwitz erstochen. Ein Jahr später fehlt vom Täter noch immer jede Spur.  © Polizei

Das Opfer war am Abend des 1. Oktober 2017 auf dem Heimweg vor seinem Wohnhaus angegriffen worden. Wenig später starb der 34-Jährige an seinen schweren Verletzungen (TAG24 berichtete). Seitdem gibt es keine klaren Hinweise zum Täter oder dem Motiv. "Es wurde und es wird noch immer in alle Richtungen abgeklopft", so Schulz. Auch eine spontane Tat sei nicht auszuschließen. "Das macht die Ermittlungen so schwierig."

Nach der Tat hatte die Polizei mehrfach mit öffentlichen Aufrufen nach Zeugen gesucht (TAG24 berichtete). Auch Bilder von Menschen, die an dem Abend mit dem späteren Opfer in der Straßenbahn gefahren waren, wurden veröffentlicht (TAG24 berichtete). Alle 14 Fahrgäste seien vernommen worden, so die Staatsanwaltschaft. Genauere Angaben machten die Ermittler nicht. Der entscheidende Hinweis war aber offenbar nicht dabei.

Auch eine Ausstrahlung des Falles in der MDR-Sendung "Kripo live" wenige Tage nach dem mutmaßlichen Mord brachte keinen Erfolg. "Es gibt bisher keinen konkreten Tatverdächtigen", sagte Schulz.

Deswegen prüfen die Ermittler derzeit, ob sie sich mit einem neuen Aufruf an die Öffentlichkeit wenden. Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, war kurz nach der Tat eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro ausgesetzt worden.

Angehörige und Anwohner legten vor dem Wohnhaus des 34-Jährigen Blumen nieder und zündeten Kerzen an. Hier wurde Stefan M. blutüberströmt gefunden.
Angehörige und Anwohner legten vor dem Wohnhaus des 34-Jährigen Blumen nieder und zündeten Kerzen an. Hier wurde Stefan M. blutüberströmt gefunden.  © DPA

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