Kosten zu hoch: Naturkundemuseum Leipzig braucht neuen Standort

Leipzig - Die Halle 7 der Baumwollspinnerei kommt nicht mehr als Standort für das neue Naturkundemuseum infrage. Die Stadt hat das Ergebnis der Planer erhalten. Die Kosten belaufen sich demnach auf fast das Vierfache des anfänglich veranschlagten Preises. Die FDP schlägt bereits einen Standort am Willhelm-Leuschner-Platz vor.

Die Stadt muss sich nach einem neuen Standort für das geplante Naturkundemuseum umsehen.
Die Stadt muss sich nach einem neuen Standort für das geplante Naturkundemuseum umsehen.  © Facebook.com/Naturkundemuseum-Leipzig

"Ich kann mir durchaus ein Naturkundemuseum auf dem Leuschner-Platz vorstellen", sagte FDP-Stadtrat René Hobusch. Dafür spräche laut dem Freidemokraten unter anderem die Verkehrsanbindung.

"Der Platz ist vom PKW bis zur S-Bahn mit allen Verkehrsmitteln ausgezeichnet zu erreichen. Gelder für eine neu zu schaffende Anbindung an den ÖPNV, wie es am Standort Baumwollspinnerei erforderlich gewesen wäre, könne die Stadt so einsparen."

Die Leipziger Stadtverwaltung erhielt am Donnerstag detaillierte Ergebnisse zur geplanten Unterbringung des Naturkundemuseums in der Halle 7 der Bauwollspinnerei. Demnach sei vor allem der baulich-statische Zustand der Halle deutlich schlechter als zunächst angenommen. Die Kosten für den Umbau wurden deswegen von 10,2 Millionen auf 37,5 Millionen Euro erhöht.

Hobusch zufolge habe die Leipziger FDP-Fraktion bereits beim Grundsatz- und Planungsbeschluss die geschätzten Kosten von rund 10 Millionen Euro angezweifelt. "Das war ein Desaster mit Ansage. Viele Experten haben die völlig aus der Luft gegriffene Kostenschätzung für unseriös gehalten – schon unter normalen Baubedingungen", schloss sich Piraten-Stadträtin Ute Elisabeth Gabelmann an. "Ein solcher Masterplan wie der angedachte ist nicht mal eben mit zehn Millionen umzusetzen." Gabelmann zufolge sei die einzig sinnvolle Alternative ein Verbleib am alten Standort mit einer Sanierung des Gebäudes und einem Anbau auf dem Vorplatz.

Leipzigs Linke begrüßte die Entscheidung der Stadtverwaltung als "verantwortungsvoll" und erklärte in einer Mitteilung, sich weiterhin für ein modernes Naturkundemuseum einsetzen zu wollen.

Die in der Halle ebenfalls geplanten neuen Räume für das LOFFT, das Leipziger Tanztheater und das Theater der jungen Welt können laut Verwaltung umgesetzt werden.


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