Streit um "No Cops"-Graffito: Polizei stolpert über eigene Wortwahl

Auf die Bewachung des Streetballfeldes am Connewitzer Kreuz angesprochen, bezog die Polizei Sachsen via Twitter Stellung.
Auf die Bewachung des Streetballfeldes am Connewitzer Kreuz angesprochen, bezog die Polizei Sachsen via Twitter Stellung.

Leipzig/Netz - Das berühmt berüchtigte "No Cops"-Graffito am Connewitzer Kreuz ist mittlerweile in aller Munde. Nun sagte das Social-Media-Team der Polizei Sachsen ganz klar, was es von diesem Schriftzug hält. Bei der Wortwahl hatten die Beamten aber kein so glückliches Händchen.

Am Sonntag kommentierte ein Twitter-Nutzer einen Bericht über das Graffito mit den Worten: "Hey @PolizeiSachsen so viel Aufmerksamkeit bei Flüchtlingsheimen, das wäre ne prima Sache."

TAG24 hatte darüber berichtet, dass das Streetballfeld am Connewitzer Kreuz mittlerweile durchgehend von der Polizei bewacht wird. Die Stadt hat das "No Cops"-Graffito bereits fünfmal entfernt.

Das Social-Media-Team der sächsichen Polizei nahm Stellung zu dem Tweet und antwortete: "Wenn es dort keinen Polizeirassismus mehr gibt, können wir uns auch um andere Sachen kümmern."

Fürsprecher würden diesen Tweet sicher als klare Kante bezeichnen. Auf Twitter monierten aber zig Nutzer die Aussage des Social-Media-Teams, zum Teil äußerst polemisch.

Dabei verwiesen viele auf die eigentliche Definition des Begriffs "Rassismus."

Die Stadt hat das umstrittene No-Cops-Graffito mittlerweile fünfmal entfernen lassen. (Archivbild)
Die Stadt hat das umstrittene No-Cops-Graffito mittlerweile fünfmal entfernen lassen. (Archivbild)  © DPA

Die Polizei bekräftigte ihre Aussage zunächst noch mit dem Hinweis, dass das Graffito eine No-Go-Area für Polizisten propagiere. Außerdem erwähnte sie, dass die Polizisten auf dem Posten unweit vom Connewitz Kreuz schon mehrmals Zielscheibe von Übergriffen gewesen seien.

Aber kurze Zeit später setzte sich dann auch beim Twitter-Team der Polizei die Erkenntnis durch, dass das Wort "Polizeirassismus" unglücklich gewählt war.

Auf die Anmerkung eines Nutzers, dass "Polizeifeindlichkeit" wohl der bessere Ausdruck gewesen wäre, antworteten die Beamten: "Sie haben recht. Die Begriffswahl war zur Verdeutlichung des Problems nicht passend und zu hoch gegriffen."

Später gab das Twitter-Team auf Nachfrage noch einmal zu, dass es ein Fehler war, "dieses Problem und die Situation so zu bezeichnen".

Was aber bleibt, ist die Aussage, dass die sächsische Polizei auch in Leipzig-Connewitz weder Feindbild noch Zielscheibe sein möchte.


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