Leipziger mobilisieren gegen Marsch der rechten Identitären Bewegung

Leipzig/ Halle (Saale) - Auch in Leipzig wird zum Protest gegen den Aufmarsch der Identitären Bewegung Deutschland (IBD) in Halle (Saale) mobil gemacht. An diesem Samstag, den 20. Juli, will die als rechtsextremistisch eingestufte Bewegung unter dem Motto "Europa verteidigen! Es bleibt unsere Heimat." durch die Stadt marschieren.

2017 gründete die Identitäre Bewegung das Hausprojekt in der Adam-Kuckhoff-Straße in Halle (Saale).
2017 gründete die Identitäre Bewegung das Hausprojekt in der Adam-Kuckhoff-Straße in Halle (Saale).  © Facebook/ Identitäre Bewegung

Start der Demonstration ist der Hauptbahnhof Halle. Von dort führt die Route durch die Stadt zum Steintorcampus, wo die Identitären 2017 ein Hausprojekt gründeten. In dem Haus in der Adam-Kuckhoff-Straße wohnen einige der rechten Aktivisten, es finden regelmäßig Netzwerktreffen statt.

Anwohner und Gegner der Bewegung wehren sich seit Beginn gegen das Projekt (TAG24 berichtete). So war das Haus mehrmals Ziel von Farbanschlägen. Im Oktober attackierten Unbekannte das Gebäude mit Steinen und Feuerlöscher-Flüssigkeit. Zuvor hatte es Protest gegeben, da die Bewegung im Bereich vor dem Haus Überwachungskameras anbringen wollte.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat die Bewegung inzwischen als rechtsextremistisch eingestuft (TAG24 berichtete). Laut BfV ginge es den Mitgliedern darum, "Menschen mit außereuropäischer Herkunft von demokratischer Teilhabe auszuschließen und sie in einer ihre Menschenwürde verletzenden Weise zu diskriminieren." Anhänger der IB gelten als gut vernetzt mit der AfD, PEGIDA und dem Compact-Magazin. Über ein hippes und intellektuelles Auftreten soll ein harmloser Anschein erweckt werden.

Unterstützung aus Leipzig

Am Samstag werden auch Aktivisten aus Leipzig zum Protest gegen den Aufmarsch der Identitären Bewegung nah Halle (Saale) fahren.
Am Samstag werden auch Aktivisten aus Leipzig zum Protest gegen den Aufmarsch der Identitären Bewegung nah Halle (Saale) fahren.  © Screenshot/ Facebook, Leipzig nimmt Platz

Die Demonstration am Samstag sei laut "Halle gegen Rechts", als klare Kampfansage zu verstehen. Das Netzwerk und weitere Aktionsbündnisse und Initiativen rufen zur Gegenwehr auf. Auch die Mitglieder von "Leipzig nimmt Platz" werden den Protest in Halle unterstützen. Dafür organisiert das Netzwerk die gemeinsame Anreise am Samstagmorgen.

"Wir rufen alle auf, in Halle die Demokratie zu verteidigen. Fahrt alle gemeinsam, um die Identitären zu stoppen!", macht sich Marco Rietzschel vom Aktionsnetzwerk für den Protest stark. "Die 'Identitäre Bewegung' ist ein faschistischer Haufen und eine reale Bedrohung für die Gestaltung einer freiheitlichen und solidarischen Gesellschaft. Dass der Verfassungsschutz fünf Jahre benötigte, das zu erkennen, unterstreicht unsere Forderung nach Auflösung dieser Behörde", so Rietzschel.

Seit Mai machen sich die Aktivisten mit einer Sammelpetition dafür stark, den Verfassungsschutz Sachsen aufzulösen. Die Unterschriften sollen noch vor der Landtagswahl an den Petitionsausschuss des Sächsischen Landtages übergeben werden.

Neben den Leipzigern werden an diesem Samstag auch Aktivisten aus weiteren Städten anreisen. So werden Anreisen aus Berlin und auch aus Wien organisiert.

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