Noch kein Corona-Fall in Sachsen, aber schon 13 Grippe-Tote!

Leipzig - In Sachsen sind bislang rund 500 Personen auf das Coronavirus getestet worden. In keinem einzigen Fall konnte der Erreger nachgewiesen werden.

Prof. Dr. med. Christoph Lübbert, Chefarzt der Isolierstation im Krankenhaus St. Georg.
Prof. Dr. med. Christoph Lübbert, Chefarzt der Isolierstation im Krankenhaus St. Georg.  © Dirk Knofe

Auch die zunächst fünf nach einer Kreuzfahrt vorsorglich unter häusliche Quarantäne gestellten Sachsen (TAG24 berichtete) zeigen keine Anzeichen einer Erkrankung.

Rund 360 Proben hat etwa das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) bisher untersucht - alle waren negativ. Die hohe Zahl liege am regen Austausch mit China, sagt Professor Christoph Lübbert, der als Chefarzt die Infektiologie sowohl am UKL als auch am städtischen Klinikum St. Georg leitet.

Getestet werden nur klar definierte Verdachtsfälle. "Menschen, die in den letzten 14 Tagen in einer der Provinzen Chinas mit epidemischen Herden waren, und Menschen, die Kontakt zu dokumentierten Infektionsfällen hatten", erklärt Prof. Lübbert.

Es seien die Kriterien, die auch sächsische Hausärzte bei Patienten mit Fieber und Erkältungssymptomen abfragen sollten.

Grippe bereitet mehr Sorgen, als Coronavirus

Ein Einzelzimmer der Isolierstation des Klinikums St. Georg in Leipzig.
Ein Einzelzimmer der Isolierstation des Klinikums St. Georg in Leipzig.  © Dirk Knofe

Bislang gibt es in Sachsen keine bestätigte Coronavirus-Infektion, wie das Sozialministerium gestern auf Nachfrage bestätigte. Auch bei den fünf aus Dresden und Meißen stammenden Passagieren des Kreuzfahrtschiffs "Westerdam" verliefen die Tests negativ.

Nach Angaben von Ministeriumssprecher Andreas Friedrich befinden sie sich vorsorglich noch in häuslicher Quarantäne, messen regelmäßig Fieber und stehen mit den Gesundheitsämtern in Kontakt. Keiner der Kreuzfahrer würde aber Symptome zeigen.

Laut Friedrich ist jedes Krankenhaus im Freistaat in der Lage, Covid-19-Erkrankte "angemessen zu behandeln". Kompetenzzentrum ist jedoch das Leipziger Klinikum St. Georg, das über 44 Betten auf zwei Infektionsstationen und zwölf Isolierzimmer (davon fünf mit Unterdruck) verfügt.

Weit mehr Probleme als Corona bereitet den Sachsen die aktuelle Grippe-Welle. Bis zur Monatsmitte registrierten die Gesundheitsämter im Freistaat 10.236 Influenza-Fälle.

Es gab bereits 13 Todesfälle - elf Männer im Alter von 58 bis 85 Jahren und zwei Frauen (20, 49).

Ein Patient mit Verdacht einer tödlichen tropischen Viruserkrankung wird auf der Isolierstation im Klinikum St. Georg während einer Katastrophenübung behandelt. (Symbolbild)
Ein Patient mit Verdacht einer tödlichen tropischen Viruserkrankung wird auf der Isolierstation im Klinikum St. Georg während einer Katastrophenübung behandelt. (Symbolbild)  © dpa/Jan Woitas/dpa-Zentralbild

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