Leipzigs Nachbarstädte sind nach Jung-Aussage empört

Leipzigs Nachbarn finden es gar nicht lustig, dass sich Oberbürgermeister Burkhard Jung positiv zum Thema Eingemeindungen äußerte.
Leipzigs Nachbarn finden es gar nicht lustig, dass sich Oberbürgermeister Burkhard Jung positiv zum Thema Eingemeindungen äußerte.  © DPA

Leipzig - Gehören Markkleeberg und Markranstädt zu Leipzig? Die Antwort von Oberbürgermeister Burkhard Jung (59, SPD) auf diese Frage hat im Leipziger Umland große Empörung hervorgerufen.

Jung hatte gegenüber der "Leipziger Volkszeitung" erklärt: "Alles, was im Dreieck des Autobahnrings liegt, gehört zu Leipzig. Ob Markranstädt oder Markkleeberg ."

Leipzigs Oberbürgermeister kann sich also offenbar gut vorstellen, dass diese Städte irgendwann ihr Ortsschild gegen das von Leipzig wechseln.

Die Antwort auf diese Aussage ließ nicht lange auf sich warten. Schnell bildete sich rund um die Messestadt herum eine Allianz, um Leipzigs Oberbürgermeister die Meinung zu geigen.

Für eine gemeinsame Presserklärung taten sich zusammen: die Landkreise Nordsachsen und Leipzig sowie die Städte Markkleeberg, Markranstädt, Schkeuditz und Taucha.

Bei einem Treffen der Umlandkommunen mit Vertretern der Stadt Leipzig soll es geheißen haben, das Thema sei vom Tisch.
Bei einem Treffen der Umlandkommunen mit Vertretern der Stadt Leipzig soll es geheißen haben, das Thema sei vom Tisch.  © Ralf Seegers

"Die Stadt Leipzig braucht keine weiteren Stadtteile, um die Bevölkerungszahl gegenüber Dresden zu erhöhen. Die Stadt Leipzig benötigt starke kommunale Nachbarn als verlässliche Partner", heißt es darin.

Besonders unschön finden die Akteure die Tatsache, Jungs Idee weiterer Eingemeindungen aus der Presse erfahren zu müssen.

Ebenso unglücklich: Am Tag des LVZ-Interviews fand ein Treffen der Umlandkommunen mit Leipzigs Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau statt.

Dabei ging es um die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen der Messestadt und ihren Nachbarstädten und -gemeinden.

Dabei sollen die Leipziger Vertreter ausdrücklich gesagt haben, dass das Thema Eingemeindungen vom Tisch sei.

Tauchas Bürgermeister Tobias Meier wurde auf Facebook noch einmal richtig deutlich: "Die Eingemeindungsvorstellungen von Leipzigs Oberbürgermeister über die Köpfe aller hinweg sind schlichtweg respektlos, ideenlos, haben keinen Mut und zeigen kein zukunftsweisendes Modell."

Auch die Markkleeberger SPD machte via Facebook deutlich, wie wenig sie von der Aussage ihres Parteigenossen hält. Bei dieser Frage herrscht im Leipziger Umland vermutlich parteiübergreifende Einigkeit.

Titelfoto: DPA


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