Burkhard Jung in tiefer Trauer: Er verlor einen Freund

Leipzig/ Danzig - Burkhard Jung (60) trauert um Danzigs Oberbürgermeister Pawel Adamowicz (✝54).

Pawel Adamowicz wurde am 13. Januar auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung niedergestochen.
Pawel Adamowicz wurde am 13. Januar auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung niedergestochen.  © DPA

"Mein Freund Pawel Adamowicz ist tot. Wir trauern mit seiner Familie", diese Worte veröffentlichte Leipzigs Oberbürgermeister auf Facebook. Adamowicz war am 13. Januar 2019 während einer Wohltätigkeitsveranstaltung erstochen worden (TAG24 berichtete).

Den Auslöser für die schreckliche Tat sieht Burkhard Jung seit langem geschürt: "Ich glaube, Pawel wurde wegen der vergifteten gesellschaftlichen Lage, der in Polen sich seit Jahren drehenden unglaublichen Spirale von Hass und Gewalt und gerade wegen seiner demokratischen Offenheit ein Opfer." Er appelliert an die Menschen: "Unser Zusammenleben basiert auf Worten. Vergiftete Worte lassen eine vergiftete Gesellschaft gedeihen. Beleidigungen, Verleumdungen und Lügen kriechen zurück in unser Zusammenleben."

Gerade Politiker würden für viele als vogelfrei gelten, so Jung weiter. "Paweł Adamowicz musste dafür mit seinem Leben bezahlen. Auch der vermeintlich verwirrte Einzeltäter kann durch das Klima und die sprachliche Aufrüstung in unserer Gesellschaft zur Tat motiviert werden."

In tiefer Trauer ruft Leipzigs Oberbürgermeister auf: "Ich wünsche mir, dass wir uns mit Respekt begegnen. Und der erste Schritt ist, meine Meinung mit Respekt vor dem anderen zu vertreten; engagiert in der Sache, ja, durchaus emotional, ja, aber nie die Würde anderer Menschen verletzend. [...] Politiker sollten zuhören, aber Arbeiter auch, Studierende können es, Mütter und Väter können es, Journalisten sollten zuhören, Arbeitslose - und die Chefin kann es auch. Wer zuhört, ist erst einmal still. Er überlegt. Er wägt ab. In diesen kostbaren Momenten des Abwägens schrumpft der Hass, und der Respekt bekommt seine Chance."

Denn mit mehr Respekt, so Jung, und einer andere Kultur der Worte, würde Pawel Adamowicz noch leben.

Burkhard Jung im November beim Olympiaball.
Burkhard Jung im November beim Olympiaball.  © DPA

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