Leipziger Mafia-Jägerin wird selbst zur Gejagten

Leipzig - Sie ist eine der bekanntesten Staatsanwältinnen in Sachsen und machte als Mafia-Jägerin Schlagzeilen: Elke Müssig (53). Ab kommender Woche sitzt die Juristin nun selbst auf der Anklagebank - und droht, beruflich alles zu verlieren.

 Die angeklagte Oberstaatsanwältin Elke Müssig (54) wurde gestern von einem BKA-Beamten entlastet.
Die angeklagte Oberstaatsanwältin Elke Müssig (54) wurde gestern von einem BKA-Beamten entlastet.

Seit anderthalb Jahren ist Oberstaatsanwältin Müssig kaltgestellt. Vom Dienst suspendiert, weil sie selbst Recht gebrochen haben soll. Zwei schwere Vorwürfe erheben ihre Ex-Kollegen: Zum Einen soll sie in einem großen Drogenprozess 2014 gelogen haben.

Zeugenschaftlich erklärte Müssig damals, bei der Vernehmung eines Kronzeugen nicht anwesend gewesen zu sein. Später stellte sich aber heraus, dass sie doch mit dem Dealer (43) gesprochen hatte. Allerdings hatten BKA-Beamte die Vernehmung übernommen.

Der zweite Vorwurf ist gravierender: So wirft die Chemnitzer Staatsanwaltschaft der Leipziger Oberstaatsanwältin vor, ein Verfahren gegen ihren Kronzeugen eingestellt zu haben, obwohl der mit zwei Kilo Crystal gehandelt haben soll (TAG24 berichtete).

Sollte sich Müssig tatsächlich der Rechtsbeugung und Strafvereitelung im Amt schuldig gemacht haben, hätte sie ein Verbrechen begangen. Mithin dürfte die einst gefeierte Spitzenjuristin bei einer rechtskräftigen Verurteilung künftig weder im Staatsdienst noch als Anwältin arbeiten. Zudem würde ihr eine Haftstrafe drohen.

Der Prozess beginnt am 25. Juni. Das Gericht hat zehn Verhandlungstage angesetzt.

Seit Mitte Juni läuft am Leipziger Landgericht der Prozess gegen die Oberstaatsanwältin.
Seit Mitte Juni läuft am Leipziger Landgericht der Prozess gegen die Oberstaatsanwältin.  © Ralf Seegers

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