Das Herz dieser Sächsin schlägt für Orang-Utans

Die Leipzigerin Julia Cissewski (44) gründete den Verein "Orang-Utans in Not".
Die Leipzigerin Julia Cissewski (44) gründete den Verein "Orang-Utans in Not".  © Ralf Seegers

Leipzig - Die Leipzigerin Julia Cissewski (44) hat keine Angst vor großen Tieren. Sie gründete den Verein „Orang-Utans in Not“ und legt sich mit Konzernen an, um die Menschenaffen auf Sumatra und Borneo zu retten.

Julia Cissewski arbeitet als Chefsekretärin am Max-Planck-Institut (MPI) für evolutionäre Anthropologie in Leipzig. 16 Jahre ist es her, dass ihre Affenliebe geweckt wurde.

Damals suchte man im Leipziger Zoo Freiwillige für das Aufpäppeln von Schimpansen-Waisen. Julia Cissewski schlüpfte in die Rolle einer Ersatz-Mama für die Babys „Alexandra“ und „Mosi“. Zwischen Füttern und Windelnwechseln verliebte sie sich unsterblich.

Wenig später nahm ein Kollege sie nach Borneo auf eine Forschungsreise mit. Dort sah sie im Dschungel in Freiheit lebende Orang-Utans (malaysisch für „Waldmenschen“).

Auf derselben Reise musste sie aber auch erfahren, wie bedroht dieses Paradies ist: Sie arbeitete in einer Orang-Utan-Auffangstation und nahm Anteil am schrecklichen Schicksal einzelner Tiere, die aus Bordellen befreit oder deren Eltern von Wilderern getötet worden waren.

Auf ihrer Forschungreise in Borneo erlebte die Tierschützerin hautnah, wie schlimm es um die Zukunft der Orang-Utans steht.
Auf ihrer Forschungreise in Borneo erlebte die Tierschützerin hautnah, wie schlimm es um die Zukunft der Orang-Utans steht.  © Orang-Utans in Not e. V.

Sie sah, wie der Urwald und damit der Lebensraum der Affen für Palmölplantagen gerodet und abgefackelt wurde.

Julia Cissewski: "Ich hatte unendliches Mitleid mit den Tieren und irre Wut im Bauch. Ich musste etwas gegen den Wahnsinn tun. Sonst hätte ich mir selbst nicht mehr ins Gesicht schauen können." Zusammen mit MPI-Kollegen gründete sie 2007 den Hilfsverein "Orang-Utans in Not" (TAG24 berichtete).

Die Umweltaktivistin nutzt fast jede freie Minute, um Spenden für ihren Verein zu sammeln und aufzuklären. Cissewski: "Das Ausmaß der Umweltzerstörung ist erschreckend. Eine Dschungel-Fläche von 300 Fußballfeldern verschwindet pro Stunde weltweit allein für Palmöl.

"Es bringt mich auf die Palme, wie viele Lebensmittel bei uns mit billigem und ungesundem Palmöl hergestellt und gedankenlos konsumiert werden."

"Wir müssen einfach nur unsere Ess- und Lebensgewohnheiten ändern, dann wäre die Welt ein bisschen besser - und den Orang-Utans schon geholfen", so die taffe Leipzigerin.


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