Neuer Streit um die "Parkstadt Dösen": NABU Leipzig zeigt Investor an

Von Anke Brod

Leipzig - Der Streit um den Bau der "Parkstadt Dösen" in Leipzig geht weiter. Neuen Vorwürfen zufolge sollen dem Projekte nicht nur 300 Bäume weichen, der Lebensraum für geschützte Tiere sei schon platt. Der Investor, die Instone Real Estate, wehrt sich gegen die Anschuldigungen.

Der Bau der "Parkstadt Dösen" in Leipzig sorgt weiter für Ärger. Nun soll der NABU den Investor angezeigt haben.
Der Bau der "Parkstadt Dösen" in Leipzig sorgt weiter für Ärger. Nun soll der NABU den Investor angezeigt haben.  © Anke Brod

Wie die Stadt Leipzig bereits im März informierte, ist auf dem 2002 stillgelegten Klinikgelände des ehemaligen Parkkrankenhauses in Leipzig-Dösen ein Wohngebiet mit rund 600 Einheiten geplant. Der Investor Instone/Real Estate GmbH Leipzig will auf dem 14 Hektar großen Areal die alten Gründerzeithäuser sanieren, zudem eine Kita, einen Supermarkt sowie eine Tiefgarage mittig durch biotop-ähnliche Gelände zwischen Chemnitzer- und Paul-Flechsig-Straße bauen.

Im Schatten der Forensik (Klinikum St. Georg) entsteht an der Stirnseite zudem ein dreigeschossiges Parkdeck.

Zudem werden 68 Wohneinheiten im "mietpreisgebundenen Segment" vorgehalten. Insgesamt sollen Gehölze, Hecken und 300 vitale, jahrzehntealte Alleebäume fallen. Jetzt hat der Naturschutzbund Leipzig (NABU) Instone wegen bereits im Vorfeld zerstörter Lebensräume für Zauneidechsen angezeigt.

Den Verantwortlichen widerstrebt die Beseitigung von 300 Bäumen, die Teil-Bebauung einer Streuobstwiese, die Zerstörung artenreicher Wiesen sowie die Versiegelung wertvoller Böden. Sie dienten derzeit als Klimaregulator und Wasserspeicher. Eigentlich seien Erhalt und Förderung dieser Funktionen auch im entsprechenden Flächennutzungsplan der Stadt Leipzig vorgesehen, lautet die Information. Das sehen die Naturschützer hier offenbar nicht.

Auch der Leipziger Ökolöwe hatte bereits Kritik an den Bauplänen geäußert (TAG24 berichtete).

Streit um die "Parkstadt Dösen": Das sagt der Investor

Die Instone Real Estate GmbH wehrt sich gegen die Vorwürfe.
Die Instone Real Estate GmbH wehrt sich gegen die Vorwürfe.  © Anke Brod

Torsten Kracht, Geschäftsführer der Instone Real Estate, wehrte sich gegen den Vorwurf, es würden Lebensräume von geschützten Tieren zerstört.

"Ganz im Gegenteil, seit über 3 Jahren stehen wir in intensivem Austausch mit den verschiedenen zuständigen Ämtern und sind gerade beim Artenschutz allen Anforderungen der Ämter nachgekommen", so der Geschäftsführer. Die Stellungnahmen der Umweltverbände sollen offenbar aus einem Missverständnis heraus entstanden.

Zwar seien für das Gebiet, in dem die Eidechsen leben, zunächst Arbeiten genehmigt worden. Nachdem der Lebensraum bemerkt worden war, seien diese jedoch eingestellt und der Bereich nach den Vorgaben geschützt worden.

Die Reaktionen der Verbände würden dennoch ernst genommen, "da auch wir als langjähriger Projektentwickler hier am Leipziger Markt und sehr klar für Nachhaltigkeit positionieren." Das Unternehmen will laut dem Geschäftsführer in den nächsten zwei bis drei Wochen einen gemeinsamen Termin finden, um die Missverständnis beiseite zu räumen und eine gemeinsame Lösung zu finden.

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