Krawall vorprogrammiert? Aktivisten mobilisieren gegen Rechten-Demos am 1. Mai

Leipzig/ Plauen/ Erfurt - Das Aktionsnetzwerk "Leipzig nimmt Platz" und weitere Leipziger Bündnisse rufen zum Protest gegen rechtsextreme Veranstaltungen am 1. Mai in Plauen und Erfurt auf.

Schon vor drei Jahren kam es in Plauen zu Krawallen am 1. Mai.
Schon vor drei Jahren kam es in Plauen zu Krawallen am 1. Mai.  © Screenshot/ Youtube, PlauenTV

Von Leipzig aus soll die gemeinsame Anreise organisiert werden. In Plauen hat sich die als rechtsextrem geltende Kleinpartei "Der III. Weg" zum Aufmarsch angemeldet. Laut "Leipzig nimmt Platz" ist das keinesfalls Zufall: "Hier geht es primär darum, die Deutungshoheit herzustellen. Plauen gehört zum Stammland des Dritten Weges. Hier tritt die Partei regelmäßig in Erscheinung", heißt es vonseiten des Aktionsnetzwerks.

Inzwischen sei die neonazistische Partei nicht mehr nur im Vogtland aktiv, sondern erweiterte ihren Radius auch auf Zwickau und Chemnitz. Die Mitglieder setzten dabei gezielt auf Einschüchterung und Angebote für sozial Benachteiligte, um als "Kümmererpartei" zu gelten, so die Leipziger Aktivisten. "Wir dürfen nicht zulassen, dass sich der nationalsozialistische Dritte Weg immer weiter ausbreitet", wird im Aufruf zum Protest auf Facebook gefordert.

Schon vor drei Jahren marschierten rechtsextreme Anhänger am 1. Mai durch die Stadt Plauen. Damals nahmen rund 500 Menschen an der Demonstration teil. Es kam es zu Krawallen und Gewalteinwirkung, wie ein Video von PlauenTV zeigt.

Aufmarsch der AfD in Erfurt

In Leipzig startet Ex-AfD-ler André Poggenburg den zweiten Versuch, im Linken-Viertel Connewitz zu marschieren.
In Leipzig startet Ex-AfD-ler André Poggenburg den zweiten Versuch, im Linken-Viertel Connewitz zu marschieren.  © DPA

In Erfurt planen die Landesverbände der AfD Brandenburg, Sachsen und Thüringen einen Aufmarsch am 1. Mai. Mehrere tausend Menschen werden zu der Demonstration erwartet. Damit starten die drei ostdeutschen Landesverbände, die der völkisch-nationalistischen Gesinnung der AfD um Björn Höcke zugeordnet werden, laut den Gegen-Demonstranten direkt in den Wahlkampf.

Die Demo "Alles muss man selber machen" stellt sich dem Aufmarsch entgegen. "Unsere Welt, ist eine Welt der Toleranz, der Vielfalt und des Respektes gegenüber vielfältigsten Lebensarten, Herkünften und Einstellungen. Keine(r) von uns kann sich auch nur im Entferntesten vorstellen in einer Welt der AfD zu leben (Rechtschreibung übernommen)", heißt es in der Veranstaltung. Auch hier wollen Leipziger Aktivisten den Protest verstärken.

In der Messestadt selbst könnte es ebenfalls unruhig werden. Hier startet der ehemalige AfD-ler André Poggenburg den zweiten Versuch seiner Partei "Aufbruch deutscher Patrioten" (AdP), durch das Linken-Viertel Connewitz zu marschieren (TAG24 berichtete). Noch ist die Stadtverwaltung in Gesprächen über die Veranstaltung.

Die erste Kundgebung, die Poggenburg im Februar in Leipzig abhalten wollte, wurde zunächst von dem Stadtteil im Süden Leipzigs auf den Wilhelm-Leuschner-Platz in der Innenstadt verlegt worden, danach sagte der AdP-Chef die Veranstaltung ab.

Für den 1. Mai in Leipzig ist bereits eine gegen-Veranstaltung angemeldet.

Titelfoto: Screenshot/ Youtube, PlauenTV

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