Über 20 Wochen! Hier müssen Kranke monatelang auf Behandlung warten

Leipzig/ Plauen - Psychisch Kranke bekommen in Ostdeutschland durchschnittlich erst nach mehr als fünf Monaten einen Therapieplatz.

Wer an einer psychischen Krankheit leidet, muss oft wochenlang auf einen Therapieplatz warten.
Wer an einer psychischen Krankheit leidet, muss oft wochenlang auf einen Therapieplatz warten.  © DPA

Nirgendwo in Deutschland muss man nach Angaben der Ostdeutschen Psychotherapeutenkammer so lange auf eine ambulante Psychotherapie warten. Die Wartezeit liege bei 23,7 Wochen. Der Interessenverband gibt am Freitag in Plauen (14 Uhr) einen Überblick zur Versorgungslage in den neuen Bundesländern mit dem Schwerpunkt Vogtland. "Die Situation in ländlichen Gebieten ist noch einmal deutlich dramatischer", sagte eine Sprecherin.

Nach einer Reform der Psychotherapie-Richtlinie im April 2017 soll jeder Patient binnen vier Wochen einen Ersttermin in einer neu eingeführten Sprechstunde bekommen, die Psychotherapeuten wöchentlich anbieten müssen. Sachsen liegt mit einer Wartezeit für diesen Erstkontakt mit 4,9 Wochen unter dem Bundesdurchschnitt von 5,7 Wochen. Einzig Berlin schafft diese Vorgabe (3,4 Wochen).

In Sachsen-Anhalt müssen Patienten im Schnitt 5,9 und in Mecklenburg-Vorpommern 6,6 Wochen warten. Brandenburg liegt mit 7,9 Wochen auf dem bundesweit vorletzten Platz, Thüringen mit 7,5 Wochen nur knapp davor. Dem Verband zufolge erkranken jährlich rund 16 Millionen Menschen an einer pyschischen Störung.

Titelfoto: DPA


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