Ruft Linke zu Gewalt auf? Kontroverses Fahndungsplakat sorgt für Stress

Linken-Abgeordnete Juliane Nagel (39) hält die Debatte für "absurden politischen Wind".
Linken-Abgeordnete Juliane Nagel (39) hält die Debatte für "absurden politischen Wind".  © DPA/Alexander Bischoff

Leipzig - Ein "Fahndungsplakat" am "Linxxnet" in Connewitz sorgt für eine hitzige Debatte.

14 Bilder, die heiß umstritten werden. Seit Wochen schon hängt am Parteibüro der Partei "DIE LINKE" der Fahndungsaufruf nach "Terroristen", wie dem Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz oder des Polizeipräsidenten der Hansestadt, Ralf Martin Meyer. Sie und auch die anderen "Gesuchten" waren Teil des G20-Gipfels, der im Juli 2017 ganz Deutschland in Aufruhr versetzte. Damals kam es zu massiven Krawallen in der Stadt (TAG24 berichtete).

Nach den Vorfällen waren Ermittlungen gegen etliche mutmaßliche Täter aus der linken Szene eingeleitet worden. Doch auch die Vorwürfe wegen Polizeigewalt wurden laut. Und genau darauf hat das "Linxxnet" mit der "Fahndung" anscheinend abgezielt.

In einem Post auf Facebook heißt es: "Auf dem Plakat werden Konterfeis politischer Verantwortungsträger und schlecht erkennbare Fotos von Gewalt ausübenden Polizist*innen gezeigt. Dies kann mit Fug und Recht aus Kommunikationsguerilla-Aktion gewertet werden und nicht als bewusster Aufruf zur Verfolgung von Politiker*innen und Polizist*innen."

Harmlose Aktion? Zumindest nicht, wenn es nach den anderen Parteifraktionen im Stadtrat geht. Für die CDU ist das Plakat eine "Hetzjagd auf Polizisten und ihre Familien". Die Christdemokraten stellt sich hinter die Justiz: "Wir setzen auf einen starken Staat, der seine Bürger vor linken Terroristen und Chaoten schützt." Auch die Grünen-Vorsitzende Katharina distanziert sich von den Plakaten, bezeichnet die Aktion als "unverhohlenen Aufruf zur Denunziation und Gewalt". Das berichtete die Leipziger Internetzeitung.

Allerdings wird das "Linxxnet" nicht ausschließlich von der Partei "DIE LINKE" genutzt. Auch von andere Initiativen und Gruppen sind in dem Büro in der Bornaischen Straße ansässig. Die sollen auch für das "Fahndungsplakat" verantwortlich sein, das anscheinend erst jetzt für Aufsehen sorgt.

Für Linken-Abgeordnete Juliane Nagel (39) ist die entbrannte Debatte "absurder politischer Wind um ein mindestens zuspitzendes Plakat."


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