Gezielter Anschlag? Bekennerschreiben nach Autobrand aufgetaucht

Leipzig - Nachdem in der Nacht zu Mittwoch mehrere Autos im Zentrum-Süd brannten, ist nun ein Bekennerschreiben im Internet aufgetaucht.

Zwei der Fahrzeuge brannten komplett aus.
Zwei der Fahrzeuge brannten komplett aus.  © News5

Offenbar handelte es sich um einen gezielten Anschlag auf die Fahrzeuge einer Tochterfirma der Leipziger Volkszeitung. Wie in dem Schreiben auf dem Forum "Indymedia" zu lesen ist, bezogen sich die Brandstifter auf einen Fahndungsaufruf, der in dem Blatt erschienen war. Dabei wurde ein Mann gesucht, der im Januar mit Farbe und Steinen auf die Ditib-Moschee in der Herrmann-Liebmann-Straße geworfen haben soll (TAG24 berichtete). Der Anschlag sollte ein Zeichen im Protest gegen die Besetzung Afrins unter der Herrschaft Erdogans setzen.

Ihrem Ärger über die Zusammenarbeit mit der Polizei machten Unbekannte nun anscheinend mit lodernden Flammen Luft. Denn für die Verfasser des Schreibens ist klar: Mit der Fahndung zeige sich die Zeitung gleichzeitig solidarisch mit dem türkischen Diktator. "Egal, ob die auf dem Foto abgebildete Person etwas damit zu tun hat oder nicht: Die Veröffentlichung dieses Bildes und die Kooperation mit den Bullen und dem faschistischen und massenmordenden Regime in der Türkei hat Konsequenzen", so die Verfasser.

Weiter heißt es in dem Schreiben: "Nicht zum ersten Mal beteiligte sich die LVZ an der Menschenjagd nach Oppositionellen durch die Bullen des rechten Regimes in Dresden." Schon nachdem die Zeitung vor etwa zwei Jahren Bilder von mutmaßlichen Straftätern, die gegen den Nazi-Aufmarsch vom 12.12.2015 demonstriert hatten, veröffentlichte, hatten unbekannte Täter mit Steinen mehrere Scheiben des LVZ-Gebäudes eingeschlagen.

Auf der linksgerichteten Plattform kann allerdings jeder, unabhängig vom Wahrheitsgehalt, Beiträge einstellen. Die Polizei ermittelt nun wegen Brandstiftung. Am Tatort war hinter einem der Transporter eine mit Flüssigkeit gefüllte Plastikflasche gefunden worden.

Update, 16 Uhr: Mittlerweile sucht das "Polizeiliche Extremismus- und Terrorismus-Abwehrzentrum des LKA nach Zeugen. Gesucht werden Personen, die zur Tatzeit im Bereich der Lampestraße, Riemannstraße und angrenzenden Straße verdächtige Personen und Fahrzeuge gesehen oder sonstige Beobachtungen gemacht haben. Auch "Feststellungen im Internet", die zur Tat Aufschluss geben können, sind für die Polizei von Interesse.

Zeugen, die Hinweise zum Vorfall geben können, werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei, Dimitroffstraße 1 in 04107 Leipzig, zu melden. Tel.: 0341/96646666