Im Südosten unterwegs: TAG24 testet viel genutzte Radwege auf Herz und Nieren

Von Anke Brod

Leipzig - Weniger Feinstaub, Verkehrskonzepte zur muskelbetriebenen Fortbewegung, Stadtradeln. Solche Schlagworte fallen zur Klimadebatte bundesweit. Auch in Leipzig setzt Oberbürgermeister Burkhard Jung auf bessere Umstände im Nahverkehr, unterstützt Pendler-Fahrgemeinschaften und macht sich fürs tägliche Umsteigen auf den Drahtesel stark. Wir traten in die Pedale und nahmen Leipziger Radwege unter die Lupe.

Ein Auto schießt aus der Mölkauer Straße.
Ein Auto schießt aus der Mölkauer Straße.  © Anke Brod

Gleichzeitig bezog Leipzigs Verkehrs- und Tiefbauamt (VTA) dazu Stellung.

Fallstudie Eins: Radweg an der Stötteritzer Landstraße, von Holzhausen nach Stötteritz

Die versetzte Kreuzung Stötteritzer Landstraße/Mölkauer Straße in Holzhausen ist eine echte Gefahrenquelle (TAG24 berichtete zum Thema Bushaltestellen) Ortsauswärts müssen RadfahrerInnen zum Abbiegen auf den gegenüberliegenden Radweg mit teils rechts aus der Mölkauer Straße schießenden Autos rechnen. Die Option, den Radweg nur per Komplett-Überquerung der Stötteritzer Landstraße zu erreichen, ist hier fragwürdig.

Auf dem Radweg selbst behindern Baumwurzeln, Schlaglöcher oder unübersichtliche Hecken die zügige Fahrt. Im Winter ist er stellenweise ungeräumt, Radpendler weichen zum Unmut aller Beteiligten auf die Straße aus. Auch teilen sich Pedalisten und Spaziergänger den abschnittweise engen Weg.

Das VTA sagte dazu, dass der Geh- und Radweg aufgrund der begrenzt verfügbaren Haushaltsmittel kurz- oder mittelfristig nicht umgebaut werden können. Trotz einiger Schadstellen durch Wurzeln sei der Weg gefahrenfrei nutzbar, heißt es weiter.

Fallstudie Zwei: Radweg zwischen Mölkau und Holzhausen

Dieser ebenfalls kombinierte Rad- und Fußweg weg ist breit und komfortabel, doch blenden entgegenkommende Autos bei Dunkelheit oft trotz neu angebrachter Beleuchtung. Beim Wechsel von der Karl-Friedrich-Straße in Mölkau auf den Radweg nach Holzhausen muss der Zweiradfahrer darüber hinaus in einer unübersichtlichen Kurve, zudem bergauf, mit Gegenverkehr rechnen.

TAG24 nimmt Radwege im Leipziger Südosten unter die Lupe

Der Radweg an der Stötteritzer Landstraße.
Der Radweg an der Stötteritzer Landstraße.  © Anke Brod

Fallstudie Drei: Rad- und Fußweg Sommerfelder Straße von Stötteritz nach Mölkau

Für Fuß- und Radfahrer ist es in Stötteritz aufgrund des schnell rollenden Verkehrs fast unmöglich, ohne Bedarfsampel von der Oberdorfstraße über die Sommerfelder Straße hinweg etwa nach links in den quer versetzten Kärrnerweg zu gelangen. Für Radler mit teilweise schweren LKW "im Nacken“ fehlt in Richtung Mölkau und umgekehrt zudem ein ordentlicher Radstreifen. Auch hier sind störende Bodenwellen, Autofahrer schießen von rechts aus Einmündungen.

Laut VTA kommen Radverkehrsanlagen zumindest für die Engelsdorfer Straße in Betracht, zudem soll ein Schutzstreifen von der Zweinaundorfer Straße bis Paunsdorfer Straße mit einer Sanierung entstehen. Die Sommerfelder Straße sei für derartige Maßnahmen jedoch grundsätzlich zu schmal.

Fallstudie Vier: Die stark befahrenen Straße zwischen Holzhausen und Baalsdorf

Hier gibt es gar keinen Radweg. Anwohner fordern ihn seit langen, vor allem für tägliche Schulkinder-Radler.

Das VTA dazu: "Östlich der Baalsdorfer Straße zwischen Baalsdorf und Holzhausen wird aktuell eine Radverkehrsanlage geplant. Die Umsetzung der Maßnahme ist ab 2020 vorgesehen.“

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