Nach Randale-Demo in Leipzig: Tatverdächtige wieder auf freiem Fuß

Leipzig - Nach den Ausschreitungen bei der "Indymedia"-Demo am Samstag in Leipzig laufen die Ermittlungen. Von Seiten der Politik gibt es harte Kritik.

Rund 1.300 Demonstranten waren am Samstagabend in der Leipziger Südvorstadt unterwegs.
Rund 1.300 Demonstranten waren am Samstagabend in der Leipziger Südvorstadt unterwegs.  © Medienportal Grimma

Sechs Verdächtige waren noch am Samstag von der Polizei festgenommen worden, darunter vier Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 18 und 39 Jahren.

Laut verschiedener Medienberichte sind diese mittlerweile alle wieder auf freiem Fuß - es lägen keine ausreichenden Haftgründe vor, so die Begründung.

Gegen die Demo-Teilnehmer werde aber weiter ermittelt wegen Landfriedensbruchs, Körperverletzung und Sachbeschädigung. Von den sechs Verdächtigen stamme nur einer aus Leipzig, die anderen kämen aus Nordrhein-Westfalen.

Leipzigs Lokalpolitiker melden sich durchgehend kritisch zu den Vorfällen in der Nacht zum Sonntag.

Nachdem Oberbürgermeister Burkhard Jung sich bereits entsetzt über den Hass der Demo-Teilnehmer geäußert hatte (TAG24 berichtete), regt LINKEN-Bundestagsabgeordneter Sören Hellmann zur Differenzierung an.

War Randale-Demo nur ein Vorgeschmack auf EU-China-Gipfel im September?

Böller und Raketen warfen die Demo-Teilnehmer in Richtung der Polizei.
Böller und Raketen warfen die Demo-Teilnehmer in Richtung der Polizei.  © Medienportal Grimma

"Die übergroße Mehrzahl der dort Anwesenden wollten friedlich und laut für Presse- und Meinungsfreiheit demonstrieren. Dabei ist es zunächst unerheblich, welche Einstellung jemand zu dem Infoportal linksunten.indymedia hat. Die Demonstrationsfreiheit ist ein sehr hohes Gut" so Pellmann. Das sinnlose, gewalttätige Handeln sei jedoch zu verurteilen.

Anders sieht das OB-Kandidat und Justizminister Sebastian Gemkow. "Wer für Pressefreiheit auf die Straße geht und dabei Journalisten bedroht, zeigt sein wahres Gesicht", schreibt er auf Facebook.

Mit Bangen schaut die Stadt Leipzig nun auf den kommenden EU-China-Gipfel.

"Im September wollen sich die EU Spitzen und die chinesische Regierung zu einem fröhlichen Stelldichein in Leipzig treffen. Das chinesische Regime steht dabei wie kein zweites für Internetzensur und Massenüberwachung. Spucken wir ihnen in die Suppe!", schrieben die Indymedia-Aktivisten auf dem linken Internetportal.

Der Samstag sei eine gute Gelegenheit für die Linksradikalen aus Deutschland gewesen, sich schon mal in der Stadt umzusehen.

Für die Demonstration gegen das Verbot der Plattform "Linksunten.Indymedia" war bundesweit mobilisiert worden. Sie war am Samstagabend nach zunächst friedlichem Beginn eskaliert. Vermummte Randalierer warfen Steine und Böller auf die Polizei. Mehrere Journalisten berichteten von Bedrohungen durch Demoteilnehmer.

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