Schlag gegen Schleuser-Ring: Groß-Razzia in Leipzig

Leipzig - Mit gleich mehreren Razzien gingen Bundes- und Landespolizei am Mittwoch gegen Schleuser im Leipziger Stadtgebiet vor. Der Schwerpunkt: Eine Wohnung nahe der Bahnhaltestelle Leipzig-Sellerhausen.

Mehrere Beamte der Bundes- und Landespolizei durchsuchten am Mittwochmorgen Objekte im Leipziger Stadtgebiet.
Mehrere Beamte der Bundes- und Landespolizei durchsuchten am Mittwochmorgen Objekte im Leipziger Stadtgebiet.  © Eric Mittmann

Im Visier der Ermittlungen stehen sieben Beschuldigte aus Leipzig, erklärte Polizeisprecher Jens Damrau. "Die Personen stehen im Verdacht, bei Schleusungen falsche Dokumente zu besorgen und zu verbreiten, um somit Legalität herzustellen."

Auch Unterkünfte würden durch die Verdächtigen angeboten werden.

"Es geht hierbei um organisierte Kriminalität", erklärte Jens Damrau. Die Polizei ermittle bereits seit vielen Monaten in der Sache. Federführend sei dabei die Einsatzgruppe Bohemia, bestehend aus Beamten der Landes- und Bundespolizei, verantwortlich.

Auch Ergebnisse einer bundesweiten Razzia vor einigen Monaten seien in die Ermittlungen eingeflossen. "Es handelte sich dabei um die bis dato größte Razzia der Bundespolizei. Der Schwerpunkt lag in Hamburg, aber es wurden auch Durchsuchungen in Sachsen-Anhalt und Leipzig durchgeführt."

Neben der Wohnung in Sellerhausen wurde eine weitere in Grünau durchsucht.

Update 12.06 Uhr:

Etwa 80 Einsatzkräfte waren an den Durchsuchungen am Mittwochmorgen im Leipziger Stadtgebiet beteiligt, wie die Polizei nun mitteilte.

Die Beamten beschlagnahmten Beweismaterial, darunter Unterlagen, die auf Schwarzarbeit hindeuten sowie einen vermutlich verfälschten italienischen Ausweis. Darüber hinaus wurden zwei weitere albanische Staatsangehörige festgestellt, dich sich unerlaubt in Deutschland aufhalten sollen. Die Ausländerbehörde prüfe bereits die Abschiebung der beiden Einwanderer.

Die Behörden erhoffen sich nun, durch Vernehmungen und Auswertung der Beweismittel weitere Einblicke in die Arbeitsweise der Schleuser zu erhalten. Die sieben Beschuldigten stehen laut einer Mitteilung der Polizei im Verdacht der Urkundenfälschung, Falschbeurkundung sowie illegaler Einreise und des unerlaubten Aufenthalts.

Die Ermittlungen der Einsatzgruppe Bohemia dauern an.

Im Visier der Beamten: Sieben Personen, die im Verdacht stehen, Dokumente für Schleusungen zu fälschen.
Im Visier der Beamten: Sieben Personen, die im Verdacht stehen, Dokumente für Schleusungen zu fälschen.  © Eric Mittmann

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