Bundes-Familienministerin Giffey fordert mehr Ossis an der Spitze von Politik und Wirtschaft

Leipzig - "Es kann nicht sein, dass es keine guten Leute im Osten gibt!" Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (40, SPD) hat im MDR-Riverboat nicht nur das Höschen von Désirée Nick (62) zu sehen bekommen (TAG24 berichtete). Sie wunderte sich unter anderem auch offen darüber, warum nur wenige Ostdeutsche in Führungspositionen arbeiten.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (40) fordert mehr Ostdeutsche in Führungspositionen in Politik und Unternehmen.
Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (40) fordert mehr Ostdeutsche in Führungspositionen in Politik und Unternehmen.  © DPA

Eigentlich wollte Moderator Jörg Kachelmann (60) von der Politikerin wissen, ob es eine besondere Beziehung zwischen den "Ossis" im Kabinett gibt. "Naja, wissen Sie, was mir schon auffällt: Dass es sehr wenige Ostdeutsche in den Führungsetagen - auch dieser Bundesregierung und auch der Bundesbehörden - gibt", erzählt Giffey.

"Auch in den Führungsetagen der meisten Firmen. Es kann nicht sein, dass es keine guten Leute im Osten gibt. Es kann ja nicht sein, dass Menschen, die im Osten geboren sind, weniger talentiert sind. Oder schlechtere Kompetenzen haben. Es muss also an anderen Dingen liegen."

Welche Dinge das sein können? Das lässt sie offen. "Zwei Prozent Ostdeutsche in den Führungsetagen großer Unternehmen. Das geht doch nicht. Ich würde mir wünschen, dass wir die begabten Menschen, die es auf jeden Fall in Ostdeutschland gibt, ermutigen, ihre Netzwerke zu nutzen und zu machen. Ich wünsche mir auch, den jungen Menschen in Ostdeutschland zu sagen: Geht diesen Weg, traut euch, dabei zu unterstützen und gewachsene Strukturen zu durchbrechen."

Politikerin nur als zweite Wahl?

"Es gibt sehr sehr wenige Ostdeutsche in den Führungsetagen", so Giffey zu Moderator Jörg Kachelmann beim MDR "Riverboat".
"Es gibt sehr sehr wenige Ostdeutsche in den Führungsetagen", so Giffey zu Moderator Jörg Kachelmann beim MDR "Riverboat".  © MDR Riverboat

Und während sie da so über Führungspositionen plauderte, erzählte Giffey auch gleich noch, dass sie eigentlich mal Lehrerin werden wollte und warum sie Bundestag nur dank der Mikrofone sprechen kann.

"Ich habe studiert, Englisch und Französisch, habe auch schon Nachhilfe gegeben, also: Lehrerin war mein Traumjob. Den wollte ich wirklich gerne machen."

Da kam ihr dann aber ihre Stimme dazwischen. "Irgendwann sagte mir jemand: Du solltest mal deine Stimme untersuchen lassen, ob das geht und dann wurde mir gesagt: Kehlkopfmuskelschwäche - Sie können alles machen, nur nicht Lehrerin. Also, ich habe dann gedacht, was mache ich? Und dann wurde es ein Verwaltungs- und Politikstudium."

"Und nun bin ich Ministerin und im Bundestag gibt es Mikrofone."

Titelfoto: MDR Riverboat

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