Rottweiler beißt 4-jährigem Mädchen ins Gesicht: PETA will Führerschein

Leipzig - In der letzten Woche hat ein Rottweiler in Leipzig ein 4-jähriges Mädchen verletzt - das Tier wurde daraufhin eingeschläfert. Das hätte man verhindern können, findet die Tierrechtsorganisation PETA.

Der Rottweiler wurde nach dem Vorfall direkt eingeschläfert.
Der Rottweiler wurde nach dem Vorfall direkt eingeschläfert.  © 123RF/ kesu87

Wie die Leipziger Polizei in der letzten Woche berichtete, hatte sich das kleine Mädchen mit dem Hund einer nahen Verwandten unbeaufsichtigt im Wohnzimmer aufgehalten, als der Rottweiler urplötzlich und vermeintlich grundlos auf das Kind losging. Die 4-Jährige musste im Krankenhaus behandelt werden. Die Halterin zog die Konsequenzen und ließ das Tier einschläfern.

Die Ursache für die Attacke hätte man jedoch nicht bei dem Tier, sondern vielmehr beim Halter suchen müssen, meint die Tierrechtsorganisation PETA.

"Viele Halter können ihre Vierbeiner nicht richtig einschätzen. Ein Kind mit einem Hund unbeaufsichtigt zurückzulassen, ist nicht nur fahrlässig, sondern auch höchst verantwortungslos. Häufig ereignen sich solche Vorfälle innerhalb des Familienkreises", so Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA.

"Jeder Hund, der falsch gehalten oder behandelt wird, kann zu einer Gefahr für Mensch und Tier werden – unabhängig davon, ob er einer 'Rasse' angehört oder ein Mix ist."

PETA: Hundeführerschein hat noch andere Vorteile

Vor dem Kauf sollen sich potenzielle Hundehalter genau über ihren neuen Schützling informieren.
Vor dem Kauf sollen sich potenzielle Hundehalter genau über ihren neuen Schützling informieren.  © 123RF/gpointstudio

Die Lösung: Auch in Sachsen sollte ein Hundeführerschein eingeführt werden, der belegt, dass künftige Hundehalter bereits vor der Aufnahme eines Tieres einen Theoriekurs absolviert und sich somit das notwendige Fachwissen angeeignet hat. Auch ein praktisches Seminar sei wichtig, in dem der Hundebesitzer in Spe lernen soll, die Signale des Vierbeiners richtig zu deuten.

Das Bundesland Niedersachsen hat einen solchen Sachkundenachweis bereits im Jahr 2013 beschlossen. Andere Städte wie zum Beispiel München belohnen Hundehalter, die einen solchen "Führerschein" haben, mit der Befreiung von der Hundesteuer.

Neben der Tatsache, dass diese Methode Fälle wie den in Leipzig verhindern könnte, gibt es noch einen weiteren Vorteil:

"Er kann Menschen, die sich noch nicht ausführlich mit der Hundehaltung auseinandergesetzt haben, von einem eventuellen Impulskauf abhalten. Jedes Jahr landen 80.000 Hunde in deutschen Tierheimen, darunter sehr viele Tiere, die unüberlegt 'angeschafft' wurden", so PETA.

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