Über 70.000 Sachsen haben ungewöhnliches neues Lieblingshobby

Die Rückbesinnung auf die Natur - das ist es, was viele Sachsen zur Angelrute greifen lässt.
Die Rückbesinnung auf die Natur - das ist es, was viele Sachsen zur Angelrute greifen lässt.  © DPA

Leipzig - Der Trend geht zum ungewöhnlichen Hobby: Immer mehr Menschen in Sachsen haben einen Fischereischein.

Vor allem die Rückbesinnung auf die Natur, eine verbesserte Jugendarbeit und eine Gesetzesänderung seien der Grund dafür, sagte der Präsident des Landesverbandes sächsischer Angler, Friedrich Richter. "Angeln ist eines der wenigen Hobbys, das man in der freien Natur ausüben kann." Menschen bräuchten diese Abwechslung vom Alltag.

Außerdem wurde laut Richter die Jugendarbeit in den drei sächsischen Anglerverbänden verbessert. Dabei hat ein neues Bildungs- und Informationszentrum in Leipzig Leuchtturm-Charakter: Seit Mitte vergangenen Jahres können sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene in der "Leipziger Fischwelt" über das Leben unter der Wasseroberfläche und das Angeln informieren.

Sieben Themenbereiche stellen dort unter anderem die Leipziger Seen und Flüsse vor. In einem Film wird Angeln zu DDR-Zeiten gezeigt und man erfährt, warum Aale den Atlantik überqueren. "Das kommt auch bei Schulgruppen richtig gut an", berichtete der Verbandschef. Sogar ein eigener Klassenraum stehe zur Verfügung.

Ein weiterer Grund für immer mehr Fischereischeine ist aus Sicht des 62-Jährigen aber auch eine Gesetzesänderung. So gelten seit 2013 die Fischereischeine ein Leben lang - deshalb existierten vermutlich mehr Karteileichen.

Im Jahr 2017 gab es in Sachsen erstmals mehr als 70.000 Fischereischeine, wie das Landesamt für Umwelt Ende Januar mitteilte. Ohne das Dokument darf weder in sächsischen Gewässern noch in solchen anderer Bundesländer geangelt werden. Zudem wird eine Angelkarte benötigt.

Titelfoto: DPA


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0