Sachsen braucht 21.000 neue Altenpfleger

Leipzig - Sachsen benötigt in den nächsten Jahren mehr als 21 .000 neue Altenpfleger. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Arbeitsagentur. Der Fachkräfte-Markt ist allerdings derzeit leer gefegt.

Ein Pfleger kümmert sich um eine Altenheim-Bewohnerin (89). In Sachsen sucht die Branche in den kommenden Jahren mehr als 21.000 Fachkräfte.
Ein Pfleger kümmert sich um eine Altenheim-Bewohnerin (89). In Sachsen sucht die Branche in den kommenden Jahren mehr als 21.000 Fachkräfte.  © DPA

Sachsen wird älter, und das spiegelt sich auf dem Arbeitsmarkt wider. Knapp 90.000 Menschen im Freistaat arbeiten schon heute in der Pflegebranche, ein Drittel davon als Altenpfleger.

Zumeist sind es Frauen (83,6 Prozent). Laut IAB-Studie ist Sachsens Pflegebranche in den vergangenen zehn Jahren personell um rund 45 Prozent angewachsen. Und dennoch schafft sie es nur mit Mühe, den enormen Bedarf an Pflege im Land zu bewältigen.

Zwei Hauptaspekte führt die Studie dafür an. Zum einen arbeiten die meisten Pflegekräfte nur in Teilzeit, in der Altenpflege sogar über 87 Prozent. Oft ist die Teilzeit unfreiwillig, doch von den Pflegeeinrichtungen gewollt. Zum anderen steigen viele Fachkräfte nach ein paar Jahren in dem harten Job wieder aus, wechseln in andere Bereiche des Gesundheitswesens.

Ein Grund der Fluktuation ist die unterdurchschnittliche Bezahlung der Pflegekräfte. Laut IAB-Studie liegt das mittlere Einkommen (Medianlohn) bei Vollzeitbeschäftigten der Pflegebranche bei gerade mal 2078 Euro brutto, bei Altenpflegern sind es sogar nur 2050 Euro. Zum Vergleich: Das mittlere Einkommen aller Vollzeitbeschäftigten in Sachsen liegt bei 2388 Euro.

Die Nachfrage nach Pflegekräften sei stark gestiegen, doch es gebe kaum noch Fachkräfte auf dem sächsischen Arbeitsmarkt, berichtet Studien-Autor Uwe Sujata. Dabei braucht der Freistaat seinen Berechnungen zufolge bis 2030 weitere 21.000 Altenpflege-Fachkräfte.

"Die Pflegebranche steht vor großen Herausforderungen und wird Wege finden müssen, Pflege bezahlbar und für Pflegekräfte attraktiv zu gestalten", erklärt Sujata. Dazu gehörten die Ausweitung der Vollzeitbeschäftigung und eine Anpassung der Löhne.

Viel Verantwortung: Schwester Stephanie misst im Seniorenheim Zschorlau bei einer alten Dame den Blutzucker.
Viel Verantwortung: Schwester Stephanie misst im Seniorenheim Zschorlau bei einer alten Dame den Blutzucker.  © Peter Zschage

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