Hier werden die 50er gedruckt! Sachsens Finanzminister zu Besuch in Leipzig

Leipzig - Es riecht wie... ja, wie frisches Geld! Doch das kommt nicht etwa "nur" aus dem Automaten, sondern direkt aus der Druckerei. Am Dienstagvormittag besuchte Sachsens Finanzminister Matthias Haß (51, CDU) das Sicherheitstechnologie-Unternehmen Giesecke+Devrient (G+D) in Leipzig. Hier werden die neuen 50-Euro-Banknoten gedruckt.

Und ab geht's! Bundesbank-Vorstandsmitglied Johannes Beermann drückt den grünen Knopf und schickt die Scheine damit in die letzte Kontrolle, bevor sie verpackt werden.
Und ab geht's! Bundesbank-Vorstandsmitglied Johannes Beermann drückt den grünen Knopf und schickt die Scheine damit in die letzte Kontrolle, bevor sie verpackt werden.  © G+D Currency Technology

1854 ging in dem Leipziger Werk das erste Scheinchen "vom Band", seit 2001 werden fleißig Euro-Banknoten produziert - wie derzeit der neue 50er. Dafür muss man sich allerdings erstmal bewerben: In einer europaweiten Ausschreibung erhielt der Standort Leipzig den Zuschlag.

Seitdem werden tagtäglich tausende 50-Euro-Noten hier gedruckt. Welche Merkmale der Schein aufweisen muss, wird zuvor von der Deutschen Bundesbank und der Europäischen Zentralbank festgelegt. Schließlich müssen die "Hersteller" Fälschern immer einen Schritt voraus sein. Deshalb werden auch im regelmäßigen Abstand das Design und die Sicherheitsmerkmale neu definiert.

"Wir produzieren hier quasi kein Geld, sondern Hochsicherheits-Druckerzeugnisse- richtige Hightech-Produkte", schmunzelt CEO G+D Currency Technology Wolfram Seidemann. "Für jeden Drucker ist das sozusagen die Königsdisziplin."

Das alles geschieht natürlich unter höchsten Sicherheits-Bestimmungen. Jeder der 400 Mitarbeiter erhält nur mittels Handvenen-Scan Zutritt zu den "heiligen Hallen". Akribisch werden die Scheine geprüft - fehlerhafte Produkte landen im Schredderer. Das betrifft etwa 3,5 Prozent.

Johannes Beermann, Wolfram Seidemann und Sachsens Finanzminister Matthias Haß bestaunen die neuen 50er.
Johannes Beermann, Wolfram Seidemann und Sachsens Finanzminister Matthias Haß bestaunen die neuen 50er.  © G+D Currency Technology

Banknoten werden aus Baumwolle hergestellt - und nicht, wie herkömmliches Papier, aus Baumfasern.

Dadurch sind sie reißt- und wasserfest. "Zum Härtetest werden die Scheine in die Waschmaschine bei 90 Grad gesteckt", erklärt Wolfram Seidemann. Die Scheine könnte man sogar als "öko" bezeichnen. In der Herstellung wird mit kurzen Baumwollfasern gearbeitet - Abfallprodukte, die in der Textilindustrie keine Verwendung finden. Jeder Schein kann bis zur ursprünglichen Baumwoll-Pflanze zurückverfolgt werden.

Auch Finanzminister Matthias Haß konnte in Leipzig noch dazulernen. Für den 51-Jährigen war der Besuch der Banknoten-Druckerei eine Premiere. "Wir sind sehr stolz, so ein Unternehmen in Sachsen zu haben", freute sich Haß. Und durfte gemeinsam mit Wolfram Seidemann und Bundesbank-Vorstandsmitglied Johannes Beermann die neuen "Scheinchen" aus erster Hand bestaunen.

Die druckfrischen Bögen mussten dann aber doch im Hause G+D bleiben...

Titelfoto: G+D Currency Technology

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