Wohnungsnot? Sachsen reißen Häuser unterm Hammer weg

Immer weniger Immobilien kommen in Sachsen unter den Hammer. Etwa 50 Prozent wechseln schon vor der Versteigerung den Besitzer.
Immer weniger Immobilien kommen in Sachsen unter den Hammer. Etwa 50 Prozent wechseln schon vor der Versteigerung den Besitzer.  © DPA

Leipzig - In den ersten neun Monaten des Jahres haben Sachsens Amtsgerichte weniger Immobilien zwangsversteigert als noch im Vorjahr.

In diesem Zeitraum kamen 1680 Immobilien unter den Hammer, wie das sächsische Justizministerium auf Anfrage mitteilte. 2016 wurden im gleichen Zeitraum noch 2132 gezählt. Die Gesamtbilanz für 2017 liegt derzeit noch nicht vor. Mit 512 gab es sachsenweit die meisten Versteigerungen in Leipzig.

Seit Jahren sinkt die Zahl der Zwangsversteigerungen in Sachsen sowie bundesweit kontinuierlich: 2005 waren es in Sachsen noch 7593 gewesen. Der Grund dafür könnte eine bessere wirtschaftliche Lage sein, vermutete der Pressesprecher des Ministeriums, Jörg Herold.

Der derzeit niedrige Zinssatz führe dazu, dass die Schuldner ihren Zahlungen besser nachkommen könnten, sagte Axel Mohr, Geschäftsführer des Online-Portals für Zwangsversteigerungen Argetra. Außerdem würden immer mehr Objekte schon vor der Versteigerung den Besitzer wechseln. Laut Argetra ist das mittlerweile bei circa 50 Prozent der Immobilien der Fall.

Der häufigste Grund für Zwangsversteigerungen ist eine Zahlungsunfähigkeit der Immobilienbesitzer. Diese können entweder selbst beim Amtsgericht ein Insolvenzverfahren beantragen oder der Gläubiger setzt dort seinen Anspruch durch. Auch eine Ehescheidung, bei der sich die Partner nicht auf eine Lösung einigen können, oder Erbstreitigkeiten können Gründe für eine Zwangsversteigerung sein.

Besonders oft werden laut Argetra Ein- und Mehrfamilienhäuser versteigert. Auch Eigentumswohnungen, Gewerbeobjekte, Grundstücke oder Garagen können unter den Hammer kommen.

Titelfoto: DPA


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