Lauben-"Massaker" wegen alter Mauer in Sachsen

Leipzig - In Sachsens ältestem Kleingartenverein soll eine denkmalgeschützte Mauer saniert werden. So weit, so gut. Das aber würde bedeuten, dass 12 Lauben abgerissen werden müssen. Die Gartenfreunde wehren sich.

"Johannistal 1832" in Leipzig ist Sachsens ältester Kleingartenverein.
"Johannistal 1832" in Leipzig ist Sachsens ältester Kleingartenverein.

Das ist Irrsinn, findet Kurt Neugebauer (57) vom Vorstand des Kleingartenvereins "Johannistal 1832". "Die Mauer wurde in den vergangenen Jahren schon mehrmals saniert und denkmalgerecht erneuert."

Dabei fiel allerdings auf, dass die angrenzenden Gartenlauben zu nahe - also nicht mit dem vorgeschriebenen Abstand von drei Metern - an der Mauer gebaut sind. So könne nicht ordnungsgemäß saniert werden. "Angeblich sei sie einsturzgefährdet", so Neugebauer. Eigentümer der Mauer ist der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB).

"Viele der betroffenen Pächter sind weit über 60 Jahre alt, einige schon seit 30 Jahren Mitglied im Verein. Das ist für die Gartenfreunde unerträglich", sagt Kurt Neugebauer. "Eine Lösung oder ein Angebot gab es seitens der SIB nicht."

Ein Brief der Pächter und des Vorstands an Ministerpräsident Michael Kretschmer blieb unbeantwortet - der Fall wird nun vor dem Verwaltungsgericht Leipzig geklärt.

Wegen dieser Mauer sollen 12 Lauben weichen. Vorstand Kurt Neugebauer (57) hält das für Irrsinn.
Wegen dieser Mauer sollen 12 Lauben weichen. Vorstand Kurt Neugebauer (57) hält das für Irrsinn.  © Ralf Seegers

Titelfoto: Ralf Seegers

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