Wird die Klimakonferenz zur "Alibi-Veranstaltung"? Teenies haben Reden satt

Leipzig - Am Samstag, den 22. Juni, findet auf dem Sport-Campus in der Jahnallee die Klimakonferenz für sächsische Schüler statt (TAG24 berichtete). Auch Ministerpräsident Michael Kretschmer (44, CDU) wird vor Ort sein, um mit den Kindern und Jugendlichen zu diskutieren. Genau das reicht den Schülern, die sich in Leipzig für den Umweltschutz stark machen, aber nicht.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (44, CDU) wird am Samstag, den 22. Juni, bei der Klimakonferenz in Leipzig mit den Jugendlichen diskutieren.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (44, CDU) wird am Samstag, den 22. Juni, bei der Klimakonferenz in Leipzig mit den Jugendlichen diskutieren.  © DPA

Denn für die Teenies ist lange der Punkt überschritten, an dem es nur ums Reden geht. Die Ortsgruppe von "Fridays For Future" befürchtet, dass die Konferenz zur "Alibi-Veranstaltung" wird, auf der zwar Rede-, aber keine Handlungsbereitschaft gezeigt wird.

Dass die jungen Aktivisten sich nicht mit langen Reden abspeisen lassen, bewiesen sie bereits beim Auftritt des FDP-Bundesvorsitzenden Christian Lindner (40).

Im stummen Protest marschierten die Jugendlichen auf die Bühne und präsentierten ein Banner mit der Aufschrift "Klimaschutz nur von Profiteur*innen umweltzerstörender Politik? Nur über unsere Leichen." (TAG24 berichtete) Die Aufschrift war eine Anspielung auf Lindners Kommentar, dass der Klimaschutz den Profis überlassen sein sollte.

Die für Samstag geplante Konferenz aber entstammt nicht der FFF-Bewegung.

"Wir stellen klar, dass "Fridays for Future" diese Klimakonferenz weder geplant hat, noch aktiv unterstützt, solange weiterhin kein Wille für echten Klimaschutz in der Landesregierung erkennbar ist", verkünden die Aktivisten im Vorfeld zu der Veranstaltung.

Klare Forderungen an Sachsens Spitze

Braunkohle bis 2023 oder länger? Das Kraftwerk Lippendorf bei Leipzig.
Braunkohle bis 2023 oder länger? Das Kraftwerk Lippendorf bei Leipzig.  © DPA

Die Jugendlichen treten mit klaren Vorstellungen an den Termin und die Vertreter der Landesregierung heran. Zunächst fordern Sie eine klare Position Kretschmers zu den sechs Forderungen von "Fridays For Future". Diese sind:

  • Nettonull von Treibhausgasen bis 2035 erreichen
  • Kohleausstieg bis 2030
  • 100% erneuerbare Energieversorgung bis 2035
  • Das Ende der Subventionen für fossile Energieträger
  • 1/4 der Kohlekraft abschalten
  • Eine Steuer auf alle Treibhausgasemissionen. Der Preis für den Ausstoß von Treibhausgasen muss schnell so hoch werden wie die Kosten, die dadurch uns und zukünftigen Generationen entstehen. Laut UBA sind das 180€ pro Tonne CO2

Außerdem erhoffen sich die Schüler eine kritische Debatte über die Ernsthaftigkeit des Klimaschutzes und Klarheit zum Thema Kohleausstieg in Leipzig. Das Thema beschäftigt am heutigen Donnerstag den Aufsichtsrat der Leipziger Stadtwerke.

Im Dezember 2018 sprach sich Oberbürgermeister Burkhard Jung (61, SPD) für den Kohleausstieg bis 2023 aus. Nun allerdings scheint das Medienberichten zufolge auf der Kippe zu stehen. Der BUND Leipzig rief deshalb zu einer Kundgebung vor dem Haupteingang des Heizkraftwerk-Nord der Stadtwerke, wo die Sitzung stattfinden wird, auf.

Der Verein fordert vor allem die Transparenz der Verhandlungen. "Seit Monaten gibt es keine Aussagen aus den Stadtwerken, ob sie den Kurs für mehr Klimaschutz und Gesundheit ebenfalls vorbereiten. Wir wollen keine Verhandlungen hinter verschlossenen Türen", heißt es von der Leipziger Ortsgruppe.

Im April startete der BUND deshalb eine Kampagne, die der Stadt zeigen soll, wie wichtig der Kohleausstieg ihren Bürgern ist (TAG24 berichtete).

Von 13.30 Uhr bis 15 Uhr versammeln sich die Umweltschützer am heutigen Donnerstag zum Protest.

Die Leipziger Ortsgruppe von "Fridays For Future" fordert Handeln, statt langen Redens bei der Klimakonferenz. (Symbolbild)
Die Leipziger Ortsgruppe von "Fridays For Future" fordert Handeln, statt langen Redens bei der Klimakonferenz. (Symbolbild)  © DPA

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