Die Ministerin macht Ernst! Sachsen startet Projekt gegen Benachteiligung

Leipzig - Mit einem Modellprojekt sagt Sachsen der Alltagsdiskriminierung den Kampf an.

Gleichstellungsministerin Petra Köpping gibt am Donnerstag den Startschuss.
Gleichstellungsministerin Petra Köpping gibt am Donnerstag den Startschuss.  © Holm Helis

Am Donnerstag eröffnet Gleichstellungsministerin Petra Köpping (59, SPD) in Leipzig die Zentrale des neuen Antidiskriminierungsbüros (ADB), das immer dann einschreiten soll, wenn Menschen wegen ihres Geschlechts, ihrer Herkunft oder einer Behinderung benachteiligt werden.

Wer sich an Sotiria Midelia (37) und ihr Team wendet, der hat oft sehr verletzende Dinge erlebt. "Da gibt es den Rollstuhlfahrer, der an einer Haltestelle steht und vom Busfahrer einfach nicht mitgenommen wird. Die junge Frau, die wegen einer Schwangerschaft ihren Job verliert. Oder den Migranten, der eine Wohnung sucht und schon am Telefon wegen seines Akzents abgewiesen wird", erzählt die ADB-Geschäftsführerin.

Seit 2005 müht sich der kleine Verein mit bescheidenen Mitteln von Leipzig aus um etwas Gerechtigkeit. "Rund 300 Beratungen haben wir im Jahr durchgeführt", sagt Frau Midelia, die ein Kind griechischer Einwanderer ist.

Doch jetzt wird richtig durchgestartet: Das ADB gewann eine Ausschreibung des Sächsischen Staatsministeriums für Integration und Gleichstellung. Fortan wird der Verein zum sachsenweiten Modellprojekt für Antidiskriminierungsberatung, finanziert aus der Staatskasse. Am Donnerstag eröffnet Ministerin Köpping die neue große Geschäftsstelle am Rande der Leipziger City.

"Im Sommer folgen dann Büros in Dresden und Chemnitz", erzählt Frau Midelia. 15 Mitarbeiter kümmern sich dann um Diskriminierungsfälle in ganz Sachsen.

Midelia: "Wir beraten Betroffene, verhandeln für unsere Klienten mit diskriminierenden Vermietern, Arbeitgebern oder Dienstleistern und bieten auch Seminare für Unternehmen an."

ADB-Geschäftsführerin Sotiria Midelia (37) vor ihrer künftigen Zentrale. Die Leipzigerin leitet das sachsenweite Modellprojekt.
ADB-Geschäftsführerin Sotiria Midelia (37) vor ihrer künftigen Zentrale. Die Leipzigerin leitet das sachsenweite Modellprojekt.  © A.Bischoff
Ein Bürgerarbeiter hilft in Dresden einer Rollstuhlfahrerin in die Bahn. Doch nicht überall wird Behinderten so vorbildlich begegnet.
Ein Bürgerarbeiter hilft in Dresden einer Rollstuhlfahrerin in die Bahn. Doch nicht überall wird Behinderten so vorbildlich begegnet.  © Thomas Thürpe
Wenn Schwangerschaft dazu führt, dass Frauen ihren Job verlieren, greifen das Team vom Antidiskriminierungsbüro ein.
Wenn Schwangerschaft dazu führt, dass Frauen ihren Job verlieren, greifen das Team vom Antidiskriminierungsbüro ein.  © 123RF

Titelfoto: Holm Helis, Thomas Türpe


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